Blindgängern auf der Spur

Areal der Stadthalle Ahaus

Wie zu groß geratene Maulwurfshügel sehen die Erdhaufen aus, die von den Probebohrungen der KMB Kampfmittelbergung auf dem Gebiet der abgerissenen Stadthalle hinterlassen werden. Zuvor hatte die Auswertung von Luftbildern Verdachtsmomente auf Blindgänger ergeben – das rief Feuerwerker Silvio Kunkel und seine Mitarbeiter auf den Plan.

AHAUS

, 12.03.2014, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die erste Bohrung wird da vorgenommen, wo auf den Luftbildern die vermeintliche Einschlagstelle der Fliegerbombe zu sehen ist. „Da die Flugzeuge ja in Bewegung sind, ist dort der wahrscheinlichste Punkt, wo sie nicht liegt“, verdeutlicht Kunkel. Dreieinhalb Meter lang sind die Bohrgestänge, jeweils zwei versenkt der Bagger von Baggerführer Brian Bujotzek übereinander im Boden. Das Bohrgerät würde bei Widerstand im Erdreich sofort stehen bleiben. Zudem wird nach jedem Meter die Veränderung des Erdmagnetfeldes gemessen. Sieben Meter tief gehen die Bohrungen ins Erdreich. Schlamm und Grundwasser tritt aus sieben Metern Tiefe an die Oberfläche, wenn Bujotzek das Bohrgestänge wieder aus dem Loch heraus zieht. In das Bohrloch schiebt Ronny Plaul ein ebenfalls sieben Meter langes Plasterohr – damit die Löcher nicht direkt wieder zufallen. In dieses Leerrohr lässt Bujotzek dann das Magnetometer herab. Wenn es den Boden erreicht hat und wieder nach oben gezogen wird, fängt das Gerät an zu messen. „Wir können dann anhand der Computerdaten bestimmen, was für metallerne Objekte im Boden sind, wie groß sie sind und in welcher Tiefe sie liegen“, erklärt Silvio Kunkel.

Ist eine Bombe geortet, wird der Kampfmittelräumdienst verständigt. In anderen Bundesländern schreitet Kunkel auch selbst zur Entschärfung. Dabei verzichtet er auf eine Splitterschutzweste: „Die würde mir bei so einer gewaltigen Detonation nichts nützen“, sagt er. Die Firma KMB ist deutschlandweit tätig. Im gesamten Bundesgebiet gibt es tausende Verdachtsfälle auf eine Bombe, „in den letzten vier Wochen haben wir aber keine mehr gefunden“, hofft Kunkel, dass diese Serie auch in Ahaus anhält.

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