Boden trägt, Bau beginnt

Kaufhaus Berken

Die geringe Standfestigkeit des Bodens hat den Baubeginn für das Kaufhaus Berken in der Innenstadt weiter verzögert. Gestern gab nun ein Gutachter grünes Licht: Ab sofort kann gebaut werden.

AHAUS

, 18.08.2017, 18:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach vielen Verzögerungen kommt nun Bewegung in die Baustelle auf dem Grundstück, auf dem das Kaufhaus Berken entstehen soll.

Nach vielen Verzögerungen kommt nun Bewegung in die Baustelle auf dem Grundstück, auf dem das Kaufhaus Berken entstehen soll.

In den zurückliegenden Tagen wurde die Baugrube weiter ausgekoffert. Dabei stießen die Arbeiter auf eine Tonschicht im Boden. „Damit haben wir nicht gerechnet und auf wässrigem Ton können wir nicht bauen“, sagte Investor Hans-Georg Berken-Schirmeisen. Der Boden wurde daraufhin mit Kalk bearbeitet, um seine Standfestigkeit zu erhöhen.

Eine Bodenverfestigung mit Kalk ist laut dem Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie „häufig die ökologisch und ökonomisch vernünftigste Lösung, um dem Boden unter Verkehrsflächen oder Bodenplatten eine ausreichende Festigkeit zu verleihen“. Bei dem Verfahren werden zum Beispiel tonhaltige Böden mit Kalk vermischt, wodurch eine Reaktion einsetzt. Die freigesetzte Wärme reduziert den Wassergehalt des Bodens und erhöht dadurch seine Festigkeit. Auf den Boden der Baustelle am Ende der Marktstraße wurde dann noch eine Schotterschicht aufgetragen und verdichtet. Freitag hob der Gutachter schließlich den Daumen: Der Boden kann das erforderliche Gewicht tragen.

In einem nächsten Schritt wird nun die Bodenplatte betoniert. Das geschieht in mehreren Abschnitten. Ausgehend von der Südseite wird zunächst rundherum betoniert und schließlich in der Mitte, wo sich aktuell das Spezialfundament für den Kran befindet. „Prognosen gebe ich erst mal nicht mehr ab“, sagte Berken-Schirmeisen. „Erst wieder, wenn die Bodenplatte drin und die Tiefgarage fertig ist.“

Kunden parken kostenlos

Mit der Tiefgarage entstehen 110 unterirdische Parkplätze. Diese seien öffentlich, so Berken-Schirmeisen. „Wir werden aber in irgendeiner Form eine Bewirtschaftung einführen müssen.“ Bedeutet: Kunden parken umsonst, andere müssen zahlen. Die zwölf oberirdischen Stellplätze sind nicht öffentlich, sondern unter anderem für Mitarbeiter des Kaufhauses und der Stadtverwaltung vorgesehen.

Gerüchte über die Eröffnung einer Filiale der Systemgastronomie-Kette Café Extrablatt auf dem Grundstück wollte Berken-Schirmeisen nicht weiter kommentieren. „Da ist überhaupt nichts spruchreif. Aktuell gibt es auch keine Genehmigung für einen Gastronomiebetrieb.“ Auch eine Sprecherin des Café Extrablatt blockte ab: „So lange nichts zu einhundert Prozent in trockenen Tüchern ist, können wir keine Auskunft geben.“

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