Bürgermeisterin setzt Zeichen der Annäherung

Karola Voß bei der BI

Grüne Tennisbälle schaukelten stellvertretend für echte Brennelementekugeln im Wind am Weihnachtsbaum, den die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" vor dem Brennelementezwischenlager aufgestellt hatte.

AHAUS

, 20.12.2015, 19:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bürgermeisterin setzt Zeichen der Annäherung

Fahnen des Protests wehten beim Sonntagsspaziergang.

Rund 70 Menschen aus Ahaus und ganz NRW waren am Sonntag beim letzten Sonntagsspaziergang des Jahres am Brennelementezwischenlager in Ammeln vor Ort. Bunte Flaggen und Protesttransparente flankierten die "Weihnachtsfeier" der Bürgerinitiative.

Friedlich für den Ausstieg

Besonders denkwürdig wurde sie, weil zwischen Umweltschützern und protestierenden Ahausern ein neues, prominentes Gesicht aufgetaucht war. "Wir haben heute Besuch von unserer Bürgermeisterin", gab BI-Vorsitzender Heiner Möllers bekannt. Er freute sich über den ersten Besuch eines Ahauser Stadtoberhauptes. Denn: "Bisher waren Gespräche mit den Ahauser Bürgermeistern kaum möglich", bedauerte Möllers. Karola Voß, parteilos und somit nicht an ein Programm gebunden, setzte mit ihrem Besuch ein Zeichen der Annäherung zwischen Stadt und Bürgerinitiative. "Der Atomausstieg wird noch eine lange Zeit dauern. Das werde ich in meinem Amt wahrscheinlich gar nicht mehr miterleben", erklärte Karola Voß bei ihrer Ansprache. Umso wichtiger sei es, dass es Menschen gebe, die mit friedlichen Mitteln für den Ausstieg kämpfen.

Geschenke für Voß

BI-Vorsitzender Möllers belohnte den Schritt der Bürgermeisterin mit einigen "Weihnachtspräsenten". Neben Keksen und Hintergrundmaterial überreichte er ihr ein Leibchen mit dem Schriftzug "Ahaus". "Damit Sie uns bei der nächsten Demo nicht verloren gehen", drückte der Vorsitzende von "Kein Atommüll in Ahaus" seine Hoffnung aus, dass Voß sich auch in Zukunft für die Belange der Ahauser BI einsetzen möge.

Das wird auch nötig sein, wie die Verantwortlichen befürchten. BI-Sprecher Felix Ruwe zeigte sich besorgt über die geplanten Castorentransporten aus dem Forschungsreaktor Garching nach Ahaus. "Atommüll muss da bleiben, wo er produziert wurde und die Produktion muss sofort gestoppt werden", forderte auch Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Wie die Bürgermeisterin ihren politischen Einfluss letztlich nutzen wird, bleibt abzuwarten. Für viele der Aktivisten ist ihr Besuch aber ein erstes Zeichen für den Anbruch einer neuen politischen Ära in der Stadt Ahaus.

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