Castor-Gegner demonstrieren

500 unterwegs

Geschenke haben gestern die rund 500 Atomkraftgegner aus ganz NRW mit zum Brennelementzwischenlager gebracht: hübsch eingepackte gelbrote Pakete mit der Aufschrift „Stop Castor“. Zu einer Mauer aufgetürmt, versperren sie innerhalb weniger Minuten den Eingang zum BZA: ein Vorgeschmack auf die kreative Aktionen des Widerstands, wenn es 2012 zu den angekündigten Transporten der 152 Castoren aus Jülich kommen sollte, wie die Aktivisten erklären.

AHAUS

von von Sylvia Lüttich-Gür

, 18.12.2011, 12:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Mauer aus Geschenken hat gestern zwischenzeitlich die Zufahrt zum BZA versperrt.

Eine Mauer aus Geschenken hat gestern zwischenzeitlich die Zufahrt zum BZA versperrt.

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Protest vorm BZÁ

Rund 500 Atomkraftgegner aus ganz NRW haben am Sonntag vorm Ahauser Brennelement-Zwischenlager protestiert. Der Anlass: die bevorstehenden Castor-Transporte aus Jülich.
18.12.2011
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Aus ganz NRW waren die Demonstranten mit Bussen und Zügen angereist. © Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Stefan Kubel aus Münster war Versammlungsleiter. © Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Was nach Ahaus gebracht werden soll, war jedem klar. © Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Dr. Rainer Moormann kennt den Forschungsreaktor in Jülich von seiner Arbeit und weiß um seine Risiken. © Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Der Widerstand gegen die Transporte umfasst alle Generationen. © Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Dunkle Wolken sind über Ahaus aufgezogen: Die 152 Castoren aus Jülich sollen 2012 rollen. © Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Felix Ruwe, Sprecher der BI Ahaus, ist mit der großen Resonanz zufrieden. © Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Hinter diesen Demonstranten ist das Brennelemenr-Zwischenlager zu sehen. © Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Das Brennelement-Zwischenlager soll 152 Castoren aus Jülich aufnehmen. © Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Mit 300 Demo-Teilnehmern hatten die Veranstalter gerechnet, fast 500 waren gekommen. © Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Felix Ruwe von der BI Ahaus bedankt sich bei der katholischen Frauengemeinschaft. © Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Unterstützung aus Jülich: Siegfried Faust von der dortigen BI Stop Westcastor spricht sich dafür aus, das Zwischenlager in Jülich instandzusetzen oder vor Ort ein neues zu bauen, anstatt den strahlenden Müll nach Ahaus zu bringen. © Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Aus ganz NRW sind die Atomkraftgegner angereist. © Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Eine Mauer aus Geschenken haben die Demonstranten vorm BZA errichtet.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Widerstandslieder erklangen. © Foto: Sylvia Lüttich-Gür
An die Kundgebung schloss sich ein Zug rund um das Zwischenlager an.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
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„Wir wollen die chaotischen Transporte nicht: steigt aus“, singt Peter Münster, ehemaliger Vorsitzender der Bürger-intiative „Kein Atommüll in Ahaus“ dazu, und die große Gruppe der Demonstranten – gut 100 mehr als zunächst erwartet – klatscht im Takt. Kurz zuvor herrschte noch betroffene Stille, als Dr. Rainer Moormann, Chemiker und aktueller Preisträger des sogenannten „Whistleblowerpreises“ der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler, sprach. Der langjährige Mitarbeiter des Forschungszentrums Jülich ging auf die Sicherheitsprobleme des Kugelhaufenreaktors und seiner Brennkugeln ein: „Man weiß gar nicht genau, was in den einzelnen Castoren drin ist“, sagte er. So viel stehe aber fest: „Endlagern kann man diese  Kugeln in den Castoren nicht.“ Dazu müssten sie erst umgepackt und konditioniert werden. „Das ist in Ahaus aber nicht möglich.“ Moormanns Rat: Die zurzeit auf 2013 befristete Lagergenehmigung der 152 Castoren für Jülich sollte verlängert werden, um die Zeit für bessere Pläne zu nutzen. Denn der Transport nach Ahaus sei „Unsinn“. Am Dienstag beschäftigt sich auch der Ahauser Stadtrat mit den umstrittenen Transporten in der Ratssitzung ab 19 Uhr. 

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