CDU Ahaus dreht Wahlvideo mit einer Kuh

Aufnahmen in der Innenstadt

Wahlwerbung ist eine Kunst für sich. Nicht selten wundert sich der potenzielle Wähler über Slogans, Botschaften oder Werbeträger. Aktuelles Beispiel: Die Ahauser CDU wird zur Kuh.

AHAUS

, 08.05.2014 / Lesedauer: 3 min
CDU Ahaus dreht Wahlvideo mit einer Kuh

Kuh Patrizia beim Dreh: Das Wahlkampfvideo der Ahauser CDU sorgt im Netz für Spott.

Dumm ist jedenfalls, dass den beiden Bankräubern, die mit ihrer Beute aus dem Gebäude gerannt kommen, ausgerechnet ihm und seiner Patrizia in die Arme – oder besser gesagt: ins Horn – laufen. Einer der beiden bleibt im Wortsinn an Patrizia hängen. Wütend reißt er sich die schwarze Sturmhaube vom Kopf und ruft seinem Kumpan hinterher: „Ich hänge fest – an der CDU!“. Noch während sich einige Schaulustige über den Text wundern, schreitet Thomas Vortkamp zur Tat. Der CDU-Fraktionsvorsitzende ist Kripo-Beamter in Personalunion und hat die Handschellen schon parat: Der glücklose Missetäter wird verhaftet.

Ob man das wohl dürfe: echte Handschellen privat einsetzen, wundert sich einer. „Der ist doch Vorsitzender von der CDU“, beruhigt ihn ein anderer Zuschauer. Kameramann Sascha Bauschen hat unterdessen ganz andere Probleme. „Schwierig, schwierig, schwierig“, murmelt er, während er sich bemüht, die Szenerie einzufangen. Bauschen hat eigens einen selbst gefertigten Kamerakran auf Schienen montiert, um flexibler zu sein.

Für Nahaufnahmen kommt die Kamera anschließend auf ein Rollstativ, das der Chef selbst bedient: Christian Terschluse. Von ihm stammt die Idee für den Film, den er eigens für die CDU produziert. „Der Slogan soll aussagen, dass die CDU für Sicherheit steht“, erklärt Jürgen Schöpping von der Produktionsfirma Schluse TV, die er gemeinsam mit Terschluse betreibt. Mit anderen Worten: Kriminelle nimmt die Kuh, alias die CDU, aufs Horn. Vorläufig aber macht die Kuh Mist, nachdem sie in einer Drehpause friedlich gegrast hat. Und den macht sie ausgerechnet, als Terschluse ihr mitsamt Rollstativ auf den Hinterleib rückt. Sehr zur Belustigung der Schaulustigen, die die Dreharbeiten verfolgen. Terschluse muss sich einige Spritzer aus dem Gesicht wischen lassen, und auch das Stativ braucht eine Reinigung, bevor Vortkamp schließlich Hand, beziehungsweise Handschellen an den Täter legen kann.

Ende gut, alles gut: Der Täter ist dingfest, die Beute gesichert, die Szene im Kasten. Anschließend macht sich das Team mitsamt Kuh auf Tour durch die Fußgängerzone und auf den Schlossplatz, bevor es schließlich zum Stadtpark geht, wo die Dreharbeiten vorläufig enden. „Da wird ganz viel geschnitten“, erklärt Schöpping zum Procedere. Wer wissen will, wie es der Kuh, respektive der CDU im Film weiter ergeht, kann sich das Ergebnis im Internet ansehen. Gesendet werden soll der Film ab 5. Mai auf der Homepage der CDU. Auch im Kino soll laut Vortkamp eine Kurzversion im Vorprogramm der Filmvorführungen gezeigt werden.

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