Christian Rudde liebt seine Aufgaben als Ortsvorsteher von Graes

rnKleinster Ortsteil

Als Ortsvorsteher ist Christian Rudde erster Ansprechpartner für die knapp über 1700 Graeser. Eine Aufgabe, die er liebend gerne übernimmt. Nicht nur, weil er zu runden Geburtstagen eingeladen wird.

Graes

, 18.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit 1707 Einwohnern (Stand Dez. 2019) ist Graes der mit Abstand kleinste Ahauser Ortsteil. Einer von ihnen – und eigener Aussage nach ein rundum zufriedener – ist Ortsvorsteher Christian Rudde. Der Rat hat den CDU-Politiker in der vergangenen Sitzung gewählt. Doch er blickt schon auf einige Erfahrung zurück: Schon vor drei Jahren rückte er als Ortsvorsteher und Ratsmitglied für Margret Enste nach, die ihre Ämter aus persönlichen Gründen niederlegte.

Gut die Hälfte seiner Zeit als Ortsvorsteher investiert er in Gratulationsbesuche zu runden Geburtstagen oder Ehejubiläen. „Eine Aufgabe, die viel schöner ist, als ich erwartet habe“, sagt er. Der direkte Kontakt zu den Menschen, auch solchen mit denen er im Alltag nur wenig zu tun hat, macht für ihn den Reiz dieser Besuche aus. „Man lernt etwas über die Familien- und Dorfgeschichte“, sagt er lächelnd.

Der Ortsvorsteher als verlängerter Arm ins Rathaus

Doch das Amt des Ortsvorstehers sei natürlich viel mehr als nur eine Reihe von Besuchen. „Ich bin der verlängerte Arm ins Rathaus“, sagt er.

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Als Ansprechpartner für alles und jeden rund um den Ortsteil Graes möchte er dieses Engagement weiter ausbauen. „Ich habe gemerkt, dass sich erst ein Vertrauensverhältnis aufbauen musste“, sagt er. Diese Basis sei nun seit einiger Zeit geschaffen. Entsprechend hätten die Anfragen zugenommen. „Da geht es um alles, was man sich nur vorstellen kann“, sagt er. Von der nicht-gemähten Wiese oder herumliegenden Müll über Fragen zu Baugebieten oder Ortsrecht bis hin zu Themen rund um Grundschule und Kindergarten.

Prozesse in Gang setzen und vermitteln

„Ich bin ja nicht die Verwaltung“, sagt Christian Rudde. Daher könne er ja nichts alleine entscheiden. „Aber ich kann Prozesse in Gang setzen. Oder die richtigen Ansprechpartner im Rathaus vermitteln“, fügt er hinzu. Denn gerade die Fachgebietszuordnung in der Verwaltung stelle viele Menschen vor die Frage, an wen sie sich wenden sollen.

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Und die Zeit? „Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass es keine Konflikte im Terminkalender geben würde“, sagt er und muss lachen. Gerade für einen Familienvater werde es da manchmal etwas eng. „Aber wenn man einen Verein besucht, muss man alle besuchen“, erklärt er. Und genau das tue er gern.

Nie habe er bisher bereut, als Ortsvorsteher angetreten zu sein.

In Graes bleibt einiges zu tun

Auch wenn das Leben in Graes natürlich gut funktioniere, es bleibe viel zu tun. Thema Baugebiete: „Wir haben in Graes im Moment keine freien Bauplätze. Daran muss sich etwas ändern“, sagt er. Natürlich nicht von heute auf morgen. „Das dauert sicherlich nochmal locker drei Jahre bevor die nächsten Häuser gebaut werden können“, erklärt der Ortsvorsteher. Umso wichtiger sei es, am Ball zu bleiben.

Zweites Hauptthema bleiben für ihn Kindergarten und Grundschule. „Wir müssen beide im Ort halten“, sagt er. Das sei auf keinen Fall verhandelbar.

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Und dann ist da noch das ehrenamtliche Engagement im Ort: „Graes lebt massiv vom Ehrenamt“, sagt Christian Rudde. Aber natürlich nehme auch im kleinsten Ahauser Ortsteil das Engagement in Vereinen ab. Ein Effekt, den man ja bundesweit beobachten könne. „Umso wichtiger ist es, dem Ehrenamt die Arbeit so leicht wie möglich zu machen“, erklärt er.

Graes braucht die Nähe zu Ahaus

In „seinem“ Ortsteil fühlt sich der geborene Graeser rundum wohl. Für ihn sei auch während einer zehnjährigen Phase in Münster immer klar gewesen, dass er einmal in den Ort zurückkommen wollte. „Mir fehlte das dörfliche Umfeld“, erklärt er. Auch die Nähe zu Ahaus schätzt er. „Wir haben einige Infrastruktur im Ort. Das ist gut. Für den Rest gibt es Ahaus. Das ist eine gesunde Abhängigkeit“, sagt er. Denn auch als Graeser fühle man sich ja als Ahauser. „Hier ist jedem klar, dass wir die Stadt brauchen“, sagt er.

Christian Rudde ist 38 Jahre alt, verheiratet und hat vier Kinder. Er ist Geschäftsführer bei BL Media, einer Werbeagentur in Ahaus mit dem Schwerpunkt auf Onlineshops und Webdesign.

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