Comedian Johann König begeistert vor vollem Haus

Stadthalle Ahaus

AHAUS Unter „Remmi Demmi“ versteht der Volksmund Durcheinander, Lärm, Massenveranstaltung, ausgelassenes Treiben oder Streit. So konträr die Begriffserklärung ist, so gegensätzlich ist dass, was der Comedian Johann König in der Stadthalle in Ahaus wirklich darunter verstand.

von Von Elvira Meisel-Kemper

, 06.12.2009, 11:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Johann König gab sich als Poet und Lyriker...

Johann König gab sich als Poet und Lyriker...

Und genau darin liegt das Markenzeichen des Comedian. Der Mann der schnellen Worte ist er absolut nicht. Er ist eher der Poet und Lyriker, der Zyniker und der Witzeerzähler, der Rapper und immer wieder der Langweiler, der sich genüsslich auf dem Sofa räkelt und wahrhaftig nicht an Remmi Demmi denkt.   Eigenartige, aber einleuchtende Logiken gehören dazu. „Eine Vorstellung gilt dann als gespielt, wenn in der zweiten Hälfte der erste Satz gesprochen ist“, womit die Lachwelle schneller anrollte, als das Tempo, in dem der Satz gesprochen wurde. Pointierte Pausen erhöhen das Risiko, in der Ruhe vor dem Lachsturm zu versinken.

Immer wieder kriegt er dennoch die Kurve, lockt das Publikum mit sparsamer Mimik und landet dann doch den Knaller. Die Schilderung des Supermarktbesuchs war so ein Lach-Dauerbrenner fürs Publikum. Drei Mal in der Woche gehe er in denselben Supermarkt und kaufe immer dasselbe: das Einweg-Bier für den Nachhauseweg, den Prosecco für die Badewanne und den Käse an der Wursttheke. An der Kasse raunzt er die Kassiererin an, die ihm freundlich begegnet: „Machen sie ihren Job, ich mach' meinen Einkaufswagen.“ Auch seine Reimkunst sorgte für Lachstürme. „Der Eskimo ist böse auf seine Eskimöse. …Sie fanden einen Kompromiß. Statt einer Eskimöse hat er heut' eine Friseuse“, dichtete er drauflos. „Mensch, seid ihr albern“, kommentierte der sympathische Comedian immer wieder die ungezügelten Lachanfälle des Publikums und lachte sich dabei selbst halb kaputt. 

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