Container-Brand: 54-jähriger Mann aus Ahaus muss sich vor dem Landgericht verantworten

rnFeuer in Ahaus

Wegen schwerer Brandstiftung steht ein 54-jähriger Ahauser seit Montag vor dem Landgericht. Er könnte Schuld haben, dass in Ahaus ein Wohncontainer abbrannte.

06.05.2019, 18:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Große Flammen und dichter schwarzer Rauch drangen am 25. Oktober vergangenen Jahres aus einem der Wohncontainer für Asylbewerber an der Wessumer Straße. Schuld an dem Feuer soll ein 54 Jahre alter Mann aus Ahaus sein, der in dem Container zusammen mit einem 19-jährigen Einheimischen als Übergangslösung lebte. Als Beschuldigter am Landgericht gab der Mann beim Verfahrensauftakt am Montag im Wesentlichen zu, dass er das Feuer verursacht haben könnte.

Von Drogen abhängig

Der Ahauser war über Jahre abhängig von harten Drogen und Alkohol und lebte bei seiner Mutter in der Stadt, wie bei Gericht erörtert wurde. Als die Mutter ins Pflegeheim wechselte, war er obdachlos. Seine gesetzliche Betreuerin ermöglichte ihm dann, in einen der Wohncontainer zu ziehen. Zur Zeit des Feuers befand er sich in einem Entwöhnungsprogramm mit Methadon. Seine bisherige Biografie konnte der 54-Jährige dem Gericht nur mit großen Lücken angeben – möglicherweise eine Folge des langen Suchtmittelkonsums.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann wegen seiner gesundheitlichen Einschränkungen nicht schuldfähig war – deshalb wird in dem Sicherungsverfahren geklärt, ob er wegen Gefährdung der Allgemeinheit in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht wird.

Mit Feuerzeug hantiert

Der Brand war an dem Tag um etwa 16.30 Uhr ausgebrochen. Zu der Zeit habe er tatsächlich auf seinem Bett mit einem Feuerzeug hantiert, erklärte der Ahauser. Dann habe sich eine Isoliermatte darauf entzündet. Doch er habe weder sich noch anderen Schaden zufügen wollen und auch keine Selbstmordabsichten gehabt.

Als Zeugen sagten am Montag vier Mitbewohner der Container-Anlage aus, darunter zwei Asylbewerber aus Guinea, ein Antragsteller aus Syrien sowie der 19-Jährige. Allerdings mit unterschiedlichen Darstellungen, was an dem Nachmittag geschah. Ein 24 Jahre alter Guineer und der ein Jahr ältere Syrer wollen beide jeweils die Tür zum Zimmer des Beschuldigten eingetreten haben, um ihn zu retten. Deutlich wurde ebenfalls nicht, welcher der Männer den 54-Jährigen aus dem brennenden und verrauchten Raum zog und ihn nach draußen brachte. Der Syrer behauptete, dass sich der Ahauser gewehrt habe, als er ihn aus dem Raum holen wollte.

Widersprüchliche Aussage

Gegenüber der Polizei soll der Araber – das hielt ihm der vorsitzende Richter vor – den Ahauser zitiert haben mit „ich will nicht raus. Ich will mich töten. Es müssen alle anderen sterben.“ Die beiden Männer aus Guinea erklärten am Montag hingegen, dass der 54-Jährige so etwas nicht gesagt habe. Er sei vielmehr in der Vergangenheit öfter von dem Syrer „geschlagen“ worden, so der ältere Afrikaner und habe Angst vor ihm gehabt.

Der Mann aus Syrien befindet sich derzeit selbst in einer einstweiligen Unterbringung. Er warte zurzeit auf den Beginn „mehrerer Verhandlungen“ gegen ihn in anderen Sachen, erklärte er selbst. Am Montag wurde er aus der Unterbringung in den Gerichtssaal in Münster vorgeführt.

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