„Klimawandel droht weiter in den Hintergrund zu geraten“

rnRunder Tisch Nachhaltigkeit

Die Organisatoren haben die Auftaktkonferenz des „Runden Tisches Nachhaltigkeit“ in Ahaus verschoben. Sie sehen insgesamt Spannungen zwischen den Themen Klimawandel und Corona-Krise.

Ahaus

, 04.05.2020, 12:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die für den 8. Mai geplante Auftaktkonferenz des Ahauser Runden Tisches für Nachhaltigkeit im Dorothee-Sölle-Haus muss wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Die Veranstalter hoffen, bald einen neuen Termin bekannt geben zu können, sobald die Regelungen für solche Veranstaltungen das zulassen.

„Die Corona-Krise führt nicht nur zu einer Terminverschiebung der Auftaktkonferenz, sondern stellt insgesamt die Herausforderungen, die Klimaveränderung und Zerstörung der Umwelt mit sich bringen – und somit auch den Runden Tisch – in eine andere Dynamik“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Große Herausforderungen

„Während nicht gestoppte Klimaveränderung und Umweltzerstörung eine gefährlichere Situation mit sich bringen werden als die derzeitig schlimmen Gefahren durch den Coronavirus, drohen diese noch größeren Herausforderungen des Klimawandels und der Umweltzerstörung weiter in den Hintergrund zu geraten“, schreiben die Veranstalter.

Gegründet wurde der Runde Tisch von der VHS-Gruppe Transition-Town, der Evangelischen Christuskirchengemeinde Ahaus, Fridays for Future und einigen Einzelpersonen. Inzwischen haben sich auch die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“, die Katholische Kirchengemeinde St. Marien und weitere Einzelpersonen angeschlossen.

Der Runde Tisch will sich dafür einsetzen, dass alle Entscheidungen in den beteiligten Organisationen auf ihre Klimarelevanz und Nachhaltigkeit geprüft und gegebenenfalls neu überdacht werden. Rat und Verwaltung sollen aufgefordert und unterstützt werden, bei allen Themen der Nachhaltigkeit Priorität einzuräumen. „Ziel ist es, dass Ahaus sich zu einer klimaneutralen, umweltfreundlichen Stadt entwickelt, die für Bürger lebenswert ist.“

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Die Veranstalter äußern sich in ihrer Pressemitteilung auch zum Spannungsfeld zwischen den Themen Nachhaltigkeit/Klimaveränderung und der Corona-Krise: „Von wissenschaftlicher Seite hat es schon vor Jahren Warnungen vor großen Epidemien und den Hinweis auf fehlende Schutzmaßnahmen und Schutzmaterial gegeben, die von weiten Teilen ignoriert wurden. Jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, spielt auf einmal Wissenschaft eine tragende Rolle. Beim Thema Klima- und Umweltschutz gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse und Warnungen sogar bereits seit etwa 40 Jahren – jeweils immer fortgeschrieben und aktualisiert. Sie werden aber in der Wucht ihrer Erkenntnisse bis heute ignoriert.“

Richtigerweise seien in der Corona-Krise über Nacht einschneidende Entscheidungen getroffen worden, es würden in immensem Umfang Gelder zur Verfügung stehen. Doch: Bei der noch viel gravierenderen Herausforderung des Klima- und Umweltschutzes würden die notwendigen Schritte, Verhaltensänderungen und Finanzierungsherausforderungen wenn überhaupt Jahre dauern.

„Verlorene Jahre“

„Während ein großer Schritt wie Schul- und Geschäftsschließungen über Nacht möglich wurden, dauern zum Beispiel die Diskussionen über die Reduzierung des Straßenverkehrs oder einen kleinen Schritt wie Tempobegrenzung auf Autobahnen ewig und bedeuten verlorene Jahre.“

Anmeldungen für die Auftaktkonferenz des Ahauser Runden Tisches werden per E-Mail an info@vhs-aktuellesforum.de oder unter Tel. (02561) 95370 erbeten. Die bereits für den 8. Mai erfolgten Abmeldungen werden automatisch für den neuen Termin berücksichtigt

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