Coronavirus: In Ahaus wächst die Angst vor einer Infizierung

rnCoronavirus in NRW

Die Angst vor dem Coronavirus wird immer größer. Auch in Ahaus. Einen speziellen Notfallplan für den Umgang mit dem Virus gibt es nicht. Der Kreis Borken ist dennoch vorbereitet.

Ahaus

, 26.02.2020, 19:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

In Nordrhein-Westfalen sind die ersten Coronavirus-Patienten bestätigt worden. In Italien werden ebenfalls immer mehr Fälle bekannt. Die Angst vor der Lungenkrankheit, die durch den Virus ausgelöst werden kann, wächst.

Aus Angst vor dem Coronavirus verlassen in Deutschland immer mehr Menschen nur noch mit Atemschutzmasken das Haus. Wer sich in Ahaus noch mit Masken eindecken will, muss allerdings Glück haben. Denn aktuell ist der Schutz kaum noch zu bekommen. „Bei uns ist alles vergriffen“, erklärt eine Mitarbeiterin der Aesculap-Apotheke am Ahauser St.-Marien-Krankenhaus.

Kostenlose Stornierungen des Urlaubs sind noch nicht möglich

Nachbestellungen seien derzeit ebenfalls nicht möglich. Anfragen für die Masken gebe es gerade jetzt wieder mehr, sagt sie. Doch die letzten einfachen Atemschutzmasken seien am Mittwochmorgen verkauft worden, die mit einem zusätzlichen Schutzfilter seien schon seit den Anfängen des Virus-Ausbruchs in China nicht mehr in der Apotheke verfügbar.

Auch was das Reisen angeht, sind immer mehr Ahauser verunsichert. Seit Anfang der Woche bekomme das Reisebüro Brinkman vermehrt Anfragen von Kunden, die unsicher sind, wie sie sich nun verhalten sollen, erklärt eine Mitarbeiterin des Reisebüros an der Bahnhofsstraße.

Eine kostenlose Stornierung aus Angst vor dem Virus sei allerdings noch nicht möglich. Denn das sei nur möglich, wenn es für das Reiseziel auch eine Reisewarnung vom Auswärtigen Amt gibt. Und die gebe es bislang nur für China, nicht aber beispielsweise für Italien.

Bislang wurde beim Reisebüro Brinkman auch erst eine Reise storniert - eine Kreuzfahrt, die gar nicht in die Nähe der Gebiete, in denen bisher infizierte Patienten bekannt sind, führen wird.

Doch nach den Vorfällen auf dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ hätten die Kunden ein wenig Angst gehabt und die Reise lieber abgesagt. Anfang Februar wurden rund 3600 Passagiere aufgrund einiger infizierter Personen auf dem Schiff zwei Wochen lang vor der japanischen Küste unter Quarantäne gestellt.

Standard-Notfallplan wurde für Coronavirus erweitert

Einen eigenen Notfallplan besitzt die Stadt Ahaus nicht. Bei dem Fall eines infizierten Ahausers „greifen die Maßnahmen des Kreises Borken in enger Abstimmung mit den Rettungsdiensten des Kreises und der Stadt“, erklärt Stefan Hilbring, Sprecher der Stadt Ahaus. Alle Maßnahmen würde die Stadt „mit dem Kreis abstimmen“.

Der Kreis Borken hat ebenfalls keinen speziellen Notfallplan für den Umgang mit Coronavirus-Patienten. Vielmehr gebe es ohnehin generelle „Anweisungen für den Umgang mit möglicherweise infektiösen Patienten“, erklärt Karlheinz Gördes, Pressesprecher des Kreises. Diese Anweisungen seien aber „um Besonderheiten des Coronavirus erweitert“ worden.

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Die Vorgaben seien vor allem um Melde- und Informationswege ergänzt worden - beispielsweise an die ärztliche Leitung Rettungsdienst sowie das Kreisgesundheitsamt. Der eigentliche Umgang mit einem (potenziell) infizierten Patienten habe sich allerdings nicht verändert.

Weiterhin werde sowohl beim Transport als auch der Übergabe und der anschließenden Desinfektion weiterhin so gearbeitet wie es auch bei „vergleichbaren Infektionskrankheiten“ wie Masern oder dem Norovirus bisher gemacht wurde.

Vier Krankenhäuser im Kreis Borken könnten Patienten aufnehmen

Eine potenziell infizierte Person würde im Kreis Borken entweder nach Ahaus, Bocholt, Borken oder Gronau gebracht werden. Diese Krankenhäuser erfüllen nämlich die Voraussetzungen zur Aufnahme von Patienten, die womöglich mit dem erstmals in China aufgetretenen Virus infiziert sind.

Im Falle eines Coronavirus-Patienten würde der Kreis Borken „über seine üblichen Wege“ informieren, erklärt Karlheinz Gördes. Zum einen würden Pressemitteilungen an sämtliche Medien verschickt werden, zum anderen würde es auch auf der eigenen Internetseite sowie auf Twitter und Facebook Meldungen dazu geben.

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Doch wie reagiert der Kreis intern auf die Gefahr durch den Coronavirus? „Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung gelten die gleichen Hygiene-Empfehlungen wie für alle Bürgerinnen und Bürger“, sagt Gördes. Vorsorglich würden in den Gebäuden des Kreises aber entsprechende Hinweise ausgehängt. Zudem sollen in den Eingangsbereichen Desinfektionsspender angebracht werden.

Am Donnerstag, 27. Februar, findet im Kreishaus Borken eine Expertenrunde zum Thema Coronavirus statt. Dort soll diskutiert werden, welche Maßnahmen noch getroffen werden könnten und wie der bisherige Plan noch verbessert werden könnte.

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