Die Stadt Ahaus kontrolliert die Biotope am Straßenrand

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Die Stadtverwaltung achtet bei der Sanierung der Wirtschaftswege darauf, dass die Wegerandstreifen nicht umgepflügt und bewirtschaftet werden. Allerdings ist das Straßennetz 400 Kilometer lang.

Ahaus

, 26.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Armin Siemes ist Gruppensprecher Ahaus des Nabu-Kreisverbandes Borken – und als solcher legt er gerne mal den Finger in Naturschutzwunden.

Erfreulich sei es, dass die Stadt Ahaus Blühstreifen für Insekten und Vögel angelegt habe, sagt er. Doch möchte er schon jetzt vorsichtig darauf hinweisen, dass diese möglichst über den Herbst bis Ende Februar erhalten werden müssen. Hintergrund seines Hinweises: die im vergangenen Jahr angelegte Blühwiese am Kreisverkehr am Stadtpark sei im Herbst recht rabiat entfernt worden.

„Guter Wille zu mehr Umweltschutz“

„Nun ist es leider so, dass viele Insekten in den abgestorbenen Halmen der Blühwiesen überwintern und bei einer solchen Räumung nichts überlebt“, erklärt Armin Siemes. Als Nabu-Gruppensprecher Ahaus sieht er bei der Stadt gleichwohl den guten Willen zu mehr Umweltschutz.

Aber: „Wichtiger als solch einsame Inseln zu schaffen, wäre eigentlich, die Rückholung der rund 400 Kilometer kommunalen Wegeränder konsequent in Angriff zu nehmen.“ Der Nabu spricht damit die widerrechtliche Bewirtschaftung von Wegerandstreifen an.

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Ein Thema, mit dem sich die Stadt auch schon 2017 umfangreich befasste – gründend auf einem Beschluss des Ausschusses für Landwirtschaft und Umwelt aus dem Jahr 2016.

Sollten Landwirte Grenzen überschreiten – so hieß es – werde die Stadt eingreifen. Sollte zum Beispiel Mais auf einem Wegerandstreifen gepflanzt worden sein, werde der Mais von Mitarbeitern des Bauhofes abgemäht. Die Verwaltung erklärte, sie werde jährlich künftig an den Stellen aktiv, an denen sie Wirtschaftswege saniere.

Suche nach dauerhaften Lösungen

Dass in den Jahren 2017 bis 2019 aber tatsächlich schon einmal unerlaubt gepflanzter Mais abgemäht wurde, das war noch nicht der Fall. „Die Stadt Ahaus sucht gemeinsam mit den Landwirten nach dauerhaften Lösungen“, teilte dazu die Pressestelle der Stadt schriftlich mit. „Bisher gab es keinen Grund, auf unbewusst oder unerlaubt genutzten Wegerandstreifen durch den Bauhof tätig zu werden.“

Im Jahr 2018 sanierte die Stadt rund 6,7 Kilometer Wirtschaftswege, im vergangenen Jahr waren es etwa 11,5 Kilometer. Anhand von Luftbildern hatte die Verwaltung überprüft, ob es an Wirtschaftswegen zu „Grenzüberschreitungen“ gekommen war.

Die Vorgabe: Entlang von befestigen und drei Meter breiten Wirtschaftswegen muss jeweils ein ein Meter breiter Bankettstreifen vorhanden sein. Wo dies der Fall war, wurden die Flächeneigentümer von der Stadt angeschrieben – 2017 war dies fünf Mal der Fall. „2018 wurden keine gravierenden Überschreitungen festgestellt. Im Jahr 2019 wurden drei Wegeanlieger angeschrieben. Bei ihnen war stellenweise die Ackerfläche um wenige Meter erweitert worden“, teilt die Pressestelle der Stadt mit.

Anschreiben der Stadt

In einigen Fällen hätten Landwirte den Randstreifen als brach liegende Fläche betrachtet – und einer Nutzung zugeführt. „In unserem Anschreiben weisen wir auf den wertvollen Biotopverbund über Wegerandstreifen hin, woraufhin dann diese Flächen von ackerbaulicher Nutzung frei blieben“, schreibt die Pressestelle.

Als symbolisches Vorgehen – es werden nur die Flächen kontrolliert, an denen die Wirtschaftswege saniert werden – sieht die Stadt ihre Arbeit nicht. „Die Stadtverwaltung kann nicht das gesamte Wirtschaftswegenetz mit mehr als 400 Kilometern in einem Zuge überprüfen. Aus diesem Grunde wurde die an die Instandsetzung der Wegeabschnitte gekoppelte Vorgehensweise gewählt“, schreibt die Pressestelle.

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