Disco-Pläne sorgen für erste Proteste

Umbau im K+K-Center

Die leer stehende Etage im ersten Stock des K+K-Centers ist nicht wiederzuerkennen. Die riesige Fläche, auf der sich vor wenigen Wochen noch der Bauschutt türmte, hat einen neuen Boden und unzählige neue Wände bekommen. Gerade sind die Trockenbauer noch im Einsatz. Ganz geräuschlos geht der Umbau aber auch in der Nachbarschaft nicht ab.

AHAUS

, 30.07.2015, 18:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Disco-Pläne sorgen für erste Proteste

Der Umbau der leerstehenden Etage im K+K-Center zur neuen Tobit-Disko "Next" macht große Fortschritte. Die Anwohner in der Van-Delden-Straße sind über den neuen Nachbarn nicht glücklich.

Neue Wände und kilometerweise Kabel bestimmen das Bild in der zukünftigen Disco. An allen Ecken und Enden sind gestern Vormittag die Handwerker beschäftigt. Viel ist schon geschehen, viel bleibt noch zu tun, bevor der erste Gast die Disco „Next“ betritt. Aber: „Wir sind im Zeitplan“, sagt Projektleiter Andreas Rudolphi von der Firma Tobit. Der Eröffnung Ende September stehe nichts im Wege.

Erste Proteste in der Nachbarschaft

Während in der Disco im Eiltempo gearbeitet wird, regt sich in der Nachbarschaft Protest gegen die Disco-Pläne des Unternehmens. Anwohner und Vermieter der umliegenden Häuser fürchten dabei weniger den Lärm der Disco selbst, sondern den Lärm der nächtlichen Besucher: In einem Brief an Tobit-Chef Tobias Groten, den der danach anonymisiert veröffentlichte, beschwert sich eine Coesfelder Vermieterin von Wohnungen an der van-Delden-Straße über „die größte Bausünde von Ahaus“ (das K+K-Center). Dessen Bau sei schon vor Jahrzehnten ein Fehler gewesen.

Dort jetzt wieder eine Disco zu eröffnen hält sie nicht für durchdacht. Und das, obwohl es an derselben Stelle jahrelang eine Diskothek gab: „Nur weil es früher schon mal eine falsche Entscheidung gab, wird sie heute nicht dadurch richtiger, in dem man sie wiederholt“, schreibt sie.

Vermieterin fürchtet finanzielle Einbußen

Nach der Ankündigung, dort eine neue Disco zu eröffnen, hätten bereits mehrere Mieter ihre Verträge gekündigt. Sie fürchtet nun einen erheblichen finanziellen Schaden. Auch glaubt sie, dass weitere ihrer Mieter ausziehen werden, um vor dem Lärm der Disco zu fliehen. Laut Brief habe sie nichts dagegen, die Jugend in die Stadt zu holen, nur solle es im Einklang mit der umliegenden Bebauung geschehen.

Zwischen einer reinen Freizeiteinrichtung und einer Diskothek bestehe jedoch noch einmal ein riesiger Unterschied. Sie fürchte die Lärmbelästigung durch an- und abfahrende Gäste, durch laute Gespräche, durch Gruppen, die sich vor der Disco, im Schlossgarten oder sogar den Hinterhöfen der angrenzenden Häuser aufhalten werden. Auch die Müllbelästigung fürchtet sie jetzt schon.

Die Verfasserin des Briefs war für unsere Redaktion bisher nicht zu erreichen.

Gelassene Reaktion

Tobias Groten reagiert indes gelassen. Sein süffisantes Antwortschreiben hat er ebenfalls veröffentlicht. Tenor: Der neue Betrieb solle eine Bereicherung der Stadt werden. „Es ist eine Binsenweisheit: Spielplätze, Tanzlokale oder Flüchtlingsheime sind wichtig. Nur will sie niemand in seiner Nachbarschaft“, schreibt er.

Darüber hinaus sei es bisher reine Spekulation, ob die Befürchtungen für die Nachbarschaft wahr werden. Auch verweist er auf umfangreiche Auflagen, die der Betrieb erfüllen muss. Außerdem sei die Nachfrage nach Wohnungen in der Stadt so hoch, dass die freigewordenen Flächen wohl kaum lange unvermietet bleiben würden.

Schallschutz muss eingehalten werden

Aus Sicht der Stadt Ahaus spricht nichts gegen den Disco-Betrieb im K+K-Center. Natürlich müsse das Unternehmen dort alle Emissionsrichtlinien erfüllen, erklärt Stadtpressesprecher Stefan Hilbring. Etwa indem ein besonderer Schallschutz in das Gebäude eingebaut wird.

Das werde auch noch eingehend überprüft, bevor die Disco ihren Betrieb aufnimmt. Für das Verhalten von Gästen und Passanten auf der Straße sei das Unternehmen aber natürlich nicht verantwortlich. „Sobald die Menschen das Gelände verlassen, sind sie ganz normale Besucher der Stadt Ahaus“, sagt Hilbring. Und für die gelten auch die ganz normalen Regeln: „Wer zum Beispiel nachts laut rufend durch die Straßen läuft, muss damit rechnen, dass die Polizei kommt“, so der Pressesprecher. Aber das sei ja auch aktuell schon so – etwa durch den Kinobetrieb.

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