Dr. Michael Räckers (39) will Bürgermeisteramt für die CDU zurückgewinnen

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Dr. Michael Räckers will der neue Bürgermeister für Ahaus werden. Keine leichte Aufgabe, wie der CDU-Politiker selbst zugibt. Doch er tritt an, um zu gewinnen.

Ahaus

, 10.08.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dr. Michael Räckers (39) will für die CDU das Bürgermeisteramt zurückgewinnen. „Mir war immer klar, dass es für mich nach Ahaus zurückgeht“, sagt er. In Ahaus geboren wuchs er in Legden auf. Doch schon mit dem Besuch der Canisiusschule war für ihn die Verbindung zu Ahaus gefestigt. Während des Studiums wohnte er zwar in Münster, doch auf Dauer wollte er dort nicht leben. „Ich bin ganz klar Ahauser und liebe die dörfliche Struktur in den Ortsteilen“, erklärt er.

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Aktuell bewohnt er mit seiner Lebensgefährtin eine 100-Quadratmeter-Wohnung an der Wessumer Straße. Dort, über den Dächern der Stadt, genießt er die Ruhe und den Blick ins Grüne. Doch auch wenn er sich dort hier fühlt, ist ein Umzug schon angedacht: „Ein Eigenheim in Ottenstein ist in Planung“, sagt er.

Eigenheim in Ottenstein ist in Planung

Wichtigster Punkt: Mehr Platz. Denn Michael Räckers lebt in einer Patchwork-Familie. Zwei eigene Kinder und die drei Kinder seiner Lebensgefährtin gehen in der Wohnung ein und aus. „Sie wechseln zwischen uns und den jeweiligen ehemaligen Partnern“, sagt er. Das sei nichts besonderes. Er wolle nur offen und ehrlich damit umgehen. „Das finde ich nur fair“, erklärt er.

18 Jahre ist er Mitglied in der CDU, hat in Ahaus und Legden Politik mitgestaltet. „Dass ich mich stärker engagieren möchte, war immer Thema“, erklärt er. 2015 wurde er Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Ahaus. „Da war eine mögliche Kandidatur aber noch kein Thema. „Ich plane mein Leben nicht am Reißbrett“, erklärt er. Damals habe er lediglich helfen wollen, die CDU nach den Wahlniederlagen 2014 und 2015 wieder auf die Beine zu bringen. Das sei geglückt: „Wir haben nicht alles abgerissen“, sagt er. Dennoch sei die CDU Ahaus heute eine andere als noch vor ein paar Jahren.

Wahlkampf gegen Karola Voß wird nicht einfach

Bürgermeister zu werden, wurde für ihn 2019 greifbar. „Da haben wir überlegt, wie wir uns für den Wahlkampf aufstellen“, sagt Michael Räckers. Als Vorsitzender habe er sich dieser Aufgabe gerne gestellt. Er macht keinen Hehl daraus, dass es eine große Herausforderung wird: „Karola Voß ist als Amtsinhaberin natürlich klar in der Favoritenrolle“, sagt er.

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Natürlich wolle die CDU wieder die absolute Mehrheit erringen und auch den Bürgermeister stellen. „Sonst würde ich ja nicht antreten“, erklärt er. Er wolle nicht auf Platz spielen, sondern die Wahl ganz klar gewinnen.

Doch auch falls das nicht klappt, will er in der Fraktion und dem Rat mitarbeiten. An welcher Position, mag er jetzt noch nicht abschätzen. Sich schon vor der Wahl über mögliche Posten zu unterhalten, sei ganz einfach unseriös. Auch beruflich wäre das für ihn kein Problem. Michael Räckers ist seit 2013 Geschäftsführer des Instituts für Wirtschaftsinformatik an der Uni Münster: „Ich habe natürlich für eine Nachfolge gesorgt, und würde alles geordnet hinterlassen“, sagt er. Doch eine Wahl könne man eben auch verlieren. „Ich könnte dann ganz normal weiter arbeiten“, sagt er.

Rückhalt und Kraft durch die Familie

Klar sei auch, dass als Bürgermeister geregelte Arbeitszeiten selten seien. Auch das sei in der Familie Thema gewesen. Ohne deren Rückhalt wäre er nie in den Wahlkampf eingetreten. „Unsere Kinder sind schon stolz darauf, dass ich Bürgermeister werden möchte“, sagt er.

Aus der Familie schöpft er auch seine Kraft. „Ein paar Runden mit den Kindern auf dem Bolzplatz sorgen schon dafür, dass man den Kopf wieder frei bekommt“, so Michael Räckers. Diese Zeit werde er sich auch als möglicher Bürgermeister nehmen. „Man kann ja nicht rund um die Uhr arbeiten, sondern muss sich auch einige Freiräume schaffen.“

Die freie Zeit, die noch übrig bleibt, verbringt er gerne mit einem schwedischen Krimi oder auch bei einer Runde mit Nero, dem dreijährigen „Coton de Tuléar“-Rüden.

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