Drastische Maßnahmen gegen zu breite Ackerflächen

Landwirtschaftsausschuss tagt

Eigentlich sollte zwischen den Wirtschaftswegen und den Ackerflächen ein grüner Streifen liegen. Meistens ist das in Ahaus auch so. An manchen Stellen sind die Ackerflächen aber über die Jahre immer näher an die Wirtschaftswege herangerückt. Ein Zustand, den die Politiker im Landwirtschaftsausschuss so nicht akzeptieren wollten. Sie drohen mit drastischen Maßnahmen.

AHAUS

, 13.05.2016, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Drastische Maßnahmen gegen zu breite Ackerflächen

Bilder wie dieses sind es, die Politik, Verwaltung und Landwirte gerade beschäftigen. Gemeinsam wollen sie dagegen kämpfen, dass bis direkt an die Wirtschaftswege geackert wird. Im Zweifel auch mit drastischen Maßnahmen.

Ganz vorsichtig formulierte es Richard Bömer vom Fachbereich Tiefbau bei der Stadt Ahaus: "Offensichtlich haben sich Strukturen entwickelt, die mit der Wegenutzung so nicht vorgesehen waren." Zwar sei es in Ahaus noch nicht so extrem, dass zum Beispiel der Mais bis direkt an die Wegedecke gepflanzt werde, allerdings seien auch im Ahauser Außenbereich Gehölze verschwunden.

Im kommenden Jahr sollen unrechtmäßig beackerte Flächen radikal mitgemäht werden, wenn die Ränder der Wirtschaftswege gepflegt werden. Das hatte zunächst Heinrich Lefert (CDU) so vorgeschlagen. "Das Thema ist nicht neu", sagte er. Viele Landwirte hielten sich auch an die Grenzen. Man müsse ihnen eben klarmachen, dass es so nicht gehe. Und dank moderner GPS-Technik auf den Mähmaschinen sei es kein Problem festzustellen, ob Grenzen überschritten seien oder nicht.

"In die Pötte kommen"

In dieses Horn stieß auch der Ausschussvorsitzende Josef Große Schwiep (CDU), selbst Landwirt und Ortsvorsteher aus Alstätte. "In Alstätte sage ich das den anderen Landwirten regelmäßig. Zuletzt auf der Winterversammlung. Das funktioniert aber nur mit einer rigorosen Maßnahme. Und er warnte vor noch einer Entwicklung: "Wenn wir nicht in die Pötte kommen, haben wir Nabu und BUND vor der Tür stehen."

Auch Felix Ruwe (UWG) betonte, dass es sich beim Überschreiten der Grenzen um kein Bagatelldelikt handele. "Wir müssen da schon Wirkungstreffer erzielen", sagte er. Letztlich einigten sich die Ausschussmitglieder für dieses Jahr noch einmal auf einen Warnschuss. Dafür hatte sich auch Nobert Frankemölle (WGW) ausgesprochen.

Gemeinsame Lösungen

Die Landwirte sollen noch einmal darauf hingewiesen werden, die Grenzen einzuhalten und den Abstand zu den Wegen zu wahren. Die Verwaltung will gemeinsame Lösungen mit den Landwirten finden und bei einvernehmlichen Kontrollen auf die Missstände hinweisen. Nur bei groben Verstößen soll die Landschaftsbehörde eingeschaltet werden.

Wer beobachtet, dass Grenzen überschritten werden, soll sich an die Stadtverwaltung wenden. Im Zuge der Sanierung von Wirtschaftswegen soll die Verwaltung aber auch selbstständig tätig werden, wenn sie Grenzüberschreitungen feststellt.

Radikaler Ansatz

Heinrich Blommel ist Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins in Graes. Auch er unterstützt den eher radikalen Ansatz: "Ich glaube, dass man da schon ein deutliches Zeichen setzen muss, sonst bringt das nichts", sagt er. Gleichzeitig macht er aber auch klar, dass längst nicht jeder Landwirt die Grenzen überschreitet.

"Ich habe den Eindruck, dass es besser geworden ist", sagte er im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Auch in der Winterversammlung der Landwirte sei das Thema noch einmal angesprochen worden. Dennoch: "Es gibt ein paar Einzelne, die sich nicht an die Regeln halten wollen", so Blommel.

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