Drei Wochen Dauerarrest sollen 19-Jährigen auch vom Drogenkonsum fernhalten

rnDrogenbesitz-Prozess

Im Ahauser Schlossgarten war er mit Drogen aufgegriffen worden. Weil es nicht das erste Mal war und er vorherige Bewährungsauflagen nicht erfüllt hatte, muss ein 19-Jähriger nun in Arrest.

Ahaus

, 07.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Im Juli und auch im August 2018 war der 19-jährige Angeklagte – zu dem Zeitpunkt ohne festen Wohnsitz – im Ahauser Schlossgarten einmal mit Marihuana und einmal mit Amphetaminen in jeweils geringer Menge von der Polizei erwischt worden, wie es am Montag in der Anklage vor dem Ahauser Amtsgericht hieß. „Das ist Dreckszeug, mit dem man sich das Gehirn kaputtmacht“, wandte sich der Richter in deutlichen Worten an den 19-Jährigen, der gleich zum Auftakt der Verhandlung den Drogenbesitz zugegeben hatte.

„Alle zwei, drei Wochen einen Joint“

Mittlerweile rauche er „alle zwei, drei Wochen einen Joint“, lasse aber die Finger von Amphetaminen, so der Angeklagte auf Nachfrage des Richters. Darüber hinaus habe er seit dem 1. Januar wieder einen festen Wohnsitz in Heek, gab er an. Mehr Raum als die zwei angezeigten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz nahmen in der Verhandlung die Auflagen ein, die er wegen vorheriger Verurteilungen wegen Drogendelikten und Schwarzfahrens erhalten, aber nur sehr schleppend bis gar nicht in Angriff genommen hatte.

Zum Freizeitarrest zu spät gekommen

Von 100 auferlegten gemeinnützigen Sozialstunden hatte er, wie er meinte, 56, geleistet – nach der Liste, die dem Gericht vorlag, waren es 36. Auch zwei Freizeitarreste hatte er nicht angetreten. Einmal sei er zu spät gekommen und einmal sei „alles voll“ gewesen und der Justizbeamte habe ihn wieder weggeschickt, gab er an. In der Notiz des Justizbeamten las sich das anders: Der 19-Jährige sei „zugedröhnt“ erschienen und deswegen weggeschickt worden. Auch einen Verkehrserziehungskurs hatte er nicht besucht.

Erhebliche Probleme durch „Drogenkarriere“

In letzter Zeit habe er ja keine Anstalten gemacht, den Auflagen nachzukommen, fasste der Richter zusammen und fragte den Angeklagten, warum. Achselzucken war die Antwort. Das griff der Staatsanwalt in seinem Plädoyer auf: „Seine Drogenkarriere bringt dem Angeklagten erhebliche Probleme. Er schafft es nicht, Dinge zu erledigen“, so der Ankläger. Er beantragte, den 19-Jährigen unter Einbeziehung der ausstehenden zwei Freizeitarreste zu drei Wochen Dauerarrest zu verurteilen. Der Richter folgte der Empfehlung, dazu ordnete er einen Drogenpräventionskurs an. „Der Arrest ist ein Vorgeschmack auf das, was Ihnen blüht, wenn Sie so weitermachen!“, mahnte er den Angeklagten.

Dieser wollte es noch offen halten, ob er das Urteil akzeptiert. Er hat eine Woche Zeit, Revision einzulegen.

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