Dreifachverfahren gegen mehrfach vorbestraften 24-jährigen Ahauser wird ausgesetzt

Amtsgericht

Geladene Zeugen erschienen nicht und die erfolgten Zeugenaussagen ergaben kein stimmiges Gesamtbild. Darum wurde das Dreifachverfahren gegen einen 24-jährigen ausgesetzt. Die Hintergründe.

Ahaus

, 04.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Wegen gleich dreier Straftaten musste sich ein mehrfach vorbestrafter 24-jähriger Ahauser am Montagmorgen vor dem Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt ihm schweren Einbruchdiebstahl in zwei Fällen sowie eine Körperverletzung zur Last. Doch nach gut zwei Stunden Beweisaufnahme zeigte sich: Das Verfahren würde keinen schnellen Abschluss finden. Zu viele offene Fragen und ungeklärte Details veranlassten den Verteidiger dazu, einen Beweisantrag zu stellen. Dies hatte zur Folge, dass das Verfahren ausgesetzt wurde. Die Verhandlung wird in den kommenden Tagen fortgesetzt.

Die Beweisaufnahme im Fall des vermeintlich zweifachen schweren Einbruchsdiebstahls war zuerst an der Reihe und praktisch schneller beendet als die Verlesung der Anklageschrift. „Mein Mandant hat diese Taten nicht begangen und wird sich nicht dazu äußern“, stellte der Verteidiger klar. Konkret ging es um zwei Einbrüche in die Kellerräume eines Mehrfamilienhauses in Ahaus am 13. Dezember 2017 und 18. Januar 2018.

Zeugen erscheinen einfach nicht vor Gericht

In beiden Fällen soll der Angeklagte mit einem weiteren unbekannten Komplizen diese Taten begangen haben. Beim zweiten Mal wollen Anwohner die Männer erwischt sowie in die Flucht geschlagen und dabei den 24-Jährigen erkannt haben - laut Polizeiakte. Das Problem: Die beiden als Zeugen geladenen Anwohner erschienen vor Gericht einfach nicht. Somit konnte dieser Sachverhalt nicht geklärt werden. Fortsetzung folgt.

Im Fall der Körperverletzung soll der Angeklagte einem flüchtigen Bekannten in der Nacht des 14. April 2018 in der Ahauser Innenstadt einen derart heftigen Schlag mit der Faust ins Gesicht gegeben haben, dass dieser einen Nasen- und Kieferbruch davon trug. Verletzungen, die ein ärztliches Gutachten belegen. Etwas überraschend sagte der 24-jährige dazu: „Ich hab den Typen mit der Faust ins Gesicht geschlagen, aber die Verletzungen hatte er schon vorher.“

Wurde der Geschädigte ausfallend?

Auslöser des Streits nach Schilderung des Angeklagten sei gewesen, dass der Geschädigte sich mehr oder weniger ungefragt zu der Gruppe gesetzt, sich an den alkoholischen Getränken bedient habe und zudem beleidigend geworden sei. „Dann hat er mich auch noch am Arm gepackt. Da bin ich sauer geworden und hab ihm eine gebeben“, so der Angeklagte.

Dinge, die der Geschädigte, der als Zeuge aussagte und zugleich als Nebenkläger auftrat, verneinte. Der Angeklagte habe ohne Grund zugeschlagen. „Ich weiß nicht, was der auf einmal hatte.“ Kompliziert wurde der Sachverhalt dadurch, dass ein weiterer Zeuge aussagte, sich mit dem Geschädigten Tage zuvor geprügelt zu haben. „Wir haben beide richtig ordentlich eingesteckt. Das war schon krass“, schilderte der Zeuge der Richterin. Vermutung des Verteidigers: Die ärztlich belegten Verletzungen des Geschädigten könnten ja auch von dieser Schlägerei stammen und nicht von dem Faustschlag seines Mandanten.

Dem Verteidiger wird es zu bunt

Daraufhin gestand der Geschädigte zwar ein, dass es ein Disput mit dem Zeugen gegeben hatte, dieser aber zu keinen großen Verletzungen geführt habe. Pikant: Der Geschädigte selbst ist wegen Körperverletzung bereits 14 Mal in Erscheinung getreten. Dem Verteidiger wurde die Sache nun jedenfalls zu bunt, sodass er im Gerichtssaal schriftlich den Antrag stellte, die Bekannten seines Mandanten, die am Tatabend bei diesem waren, als Zeugen befragen zu wollen. „Sonst kommen wir hier ja nicht vernünftig weiter“, so seine Worte. Warum diese nicht von Anfang an als Zeugen geladen waren, blieb ungeklärt. Jedenfalls setzte die Richterin daraufhin das Verfahren bis zum neuen Verhandlungstermin aus.

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