Dritter Ölfund in Epe - Pipeline im Visier

Auf einer Wiese

Es war der dritte Fund im Münsterland seit Samstag: Ein Landwirt hat auf einer Wiese in Amtsvenn Ölpfützen entdeckt. Die Experten rätseln weiter über die Ursache. Am Donnerstag soll eine nahegelegene Pipeline untersucht werden.

EPE/GRAES

, 16.04.2014, 20:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Willi Sundermann an der Ölpfütze, die von einem Bagger freigelegt wurde. Sein Sohn Klaus hatte die Verunreinigung am Dienstagabend entdeckt.

Willi Sundermann an der Ölpfütze, die von einem Bagger freigelegt wurde. Sein Sohn Klaus hatte die Verunreinigung am Dienstagabend entdeckt.

Beruhigend ist das nicht. Denn Schulte sagt auch: „Es wird wohl noch weitere Fundstellen geben.“ Die „Ausbreitungsfahne“ im Erdreich spreche dafür. Schulte: „Wir suchen systematisch weiter.“ Über mögliche Ursachen wolle er nicht spekulieren.

Im Vordergrund stehe nun die Gefahrenabwehr: Die Fundstellen werden ausgebaggert. Das Öl-Wasser-Gemisch abgesaugt. „Wir bereiten uns auch auf möglichen Regen vor und haben weitere Saugfahrzeuge für den Fall der Fälle geordert“, sagt Schulte. Gräben und Tümpel seien bislang nicht mit Öl verschmutzt.

Bei der Suche nach einem möglichen Leck fokussieren sich die Experten jetzt auf eine elf Kilometer lange Pipeline, die von einer Pumpstation in Ochtrup bis zum Kavernenfeld in Epe führt. Das bestätigte die Bezirksregierung Arnsberg am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion. Am Donnerstag sollen Drucktests in dieser Stichleitung durchgeführt werden. Es könne aber auch weiterhin nicht ausgeschlossen werden, dass das Problem in den Kavernenspeichern selbst liege.

Beim nordrhein-westfälischen Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) blickt man besorgt nach Epe. BUND-Geschäftsleiter Dirk Jansen: „Wenn die Ursache tatsächlich unterirdisch in den Kavernen liegen sollte, würde ich mir noch größere Sorgen machen.“

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Besonders der vor einigen Monaten gemessene Druckabfall sei für ihn ein klares Indiz. „Druckabfall heißt für mich, dass dort ein Leck ist“, sagt Jansen. Damals war die Kaverne mit Ultraschall untersucht worden. Die Messergebnisse wurden jetzt noch einmal von Experten kontrolliert. „Danach ist die Kaverne in einem Top-Zustand“, so SGW-Sprecher Schulte gestern.

Nebenerwerbslandwirt Klaus Sundermann lebt seit Jahrzehnten mit den Ölkavernen und der 200 Meter entfernten Pipeline. „Das war nie ein großes Thema. Sorgen haben wir uns nicht gemacht.“ Das ist seit Dienstagabend anders. Jetzt wird auf seinem Hof die Raumluft überwacht, um Explosions- und Gesundheitsgefahren auszuschließen. Stündlich wurde gestern das Brunnenwasser untersucht. Bislang hätten die Messungen glücklicherweise nichts ergeben“, so die Bezirksregierung. Aber Klaus Sundermann ist beunruhigt. „Die Ursachensuche dauert ja ewig. Es ist höchste Zeit, dass der Ölfluss aufhört.“ Eines ist klar: Die SGW steht vor Aufräumarbeiten, deren Ausmaß noch nicht abzusehen ist.

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