Ein Osterfest ganz ohne Eier

Vegane Küche

Die Palette an Nahrungsmitteln für Vegetarier und Veganer ist enorm groß geworden. Es gibt Ersatz-Produkte für Würstchen, Aufschnitt, Käse, Milch und Butter auf pflanzlicher Basis. Aber wie sieht es aus mit Eiern - noch dazu an Ostern? Barbara Groten gibt Kochkurse für vegane Küche und weiß Rat.

AHAUS

, 25.03.2016 / Lesedauer: 3 min
Ein Osterfest ganz ohne Eier

Is(s)t keins, sieht aber beinahe aus wie Rührei: Barbara Grotens Rühr-Tofu.

Die schlechte Nachricht zuerst: "Veganes Spiegelei oder gekochtes Ei vegan - das gibt es nicht." Barbara Groten lacht. Wer als Veganer zu Ostern gefärbte Eier essen will, muss im Zweifel welche backen, aus Rührteig. Natürlich ohne tierische Zutaten.

Barbara Groten hat kürzlich einen Kochkurs für vegane Frühlingsküche bei der Volkshochschule geleitet und weiß: Eier in Back- und Kochrezepten lassen sich ersetzen. Und statt Frühstücksei bietet sie Rührei aus Tofu an.

Sohn ist Veganer

Dabei ist die 59-Jährige selbst weder Veganerin noch Vegetarierin. Während die vierfache Mutter eine Pfanne auf den Herd stellt, erzählt sie, wie sie dazu kam, sich mit veganer Küche zu beschäftigen. "Einer meiner Söhne ist seit einigen Jahren militanter Veganer", erklärt sie. Mit anderen Worten: Er lebt konsequent vegan, verzichtet nicht nur auf tierische Lebensmittel, sondern auch auf tierische Produkte wie Leder oder Wolle in der Kleidung, bei Schuhen und anderen Produkten des täglichen Lebens.

Sie habe dann bei der Beschäftigung mit dem Thema festgestellt, dass veganes Kochen eine Bereicherung des Speiseplans sein kann. "Es erweitert die Palette dessen, was man essen kann."

Curcuma für die Farbe

In der Pfanne schmort mittlerweile eine gute Portion gehacktes Tofu vor sich hin. Groten rührt mit dem Pfannenwender immer wieder alles durch - ganz wie beim herkömmlichen Rührei. Dann folgen Gewürze und gehackte Lauchzwiebeln. Etwas Curcuma, Paprika und Sojasauce geben dem Ganzen nicht nur eine pikante Note, sondern auch die gelbliche Färbung von Rührei. Ein Schuss Wasser verhindert, dass es zu trocken wird. "Man könnte auch Seidentofu verwenden, um es sämiger zu machen", erklärt die Gastgeberin.

Seit etwa zwei Jahren gibt die Hebamme ihr Wissen über veganes Essen in VHS-Kursen weiter - an eine bunt gemischte Klientel, wie sie festgestellt hat. "Es gibt die, die schon vegan leben, bis hin zum Mann, der absoluter Fleischesser ist und von der Ehefrau mitgeschleppt wurde." Die Motivation, sich vegan zu ernähren, speist sich aus Tierrechtsgründen, Umweltschutz oder Neugier. Und Gesundheit: Eine Frau habe ihr erzählt, dass sie über vegane Ernährung ihr Nierenleiden in den Griff bekommen habe. "Bei den meisten ist es ein Mix aus mehreren Motivationen."

Keine Pseudokäse

Von industriell gefertigten Produkten wie Schnitzel- oder Würstchenersatz hält sie nicht so viel. "Ich muss nicht ein Produkt essen, das vorgibt, ein Schnitzel zu sein. Ich würde eher Gemüse auf den Grill legen und lecker würzen." Pauschal ablehnen will sie Pseudo-Fleisch aber nicht. "Wenn es für Menschen, die es große Überwindung kostet, auf Fleisch zu verzichten, ein Einstieg ist, ist das in Ordnung", findet Groten.

Dasselbe gelte für veganen Käse. Ihre Alternative: geräucherter Tofu oder getrocknete, eingelegte Tomaten als Brotbelag. Und selbst gemachte Brotaufstriche. "Die macht mein Sohn auch immer." Und wie steht es mit den Schokoladen-Eiern, die der Osterhase bringt? "Zartbitterschokolade ist in der Regel vegan", erklärt Groten und verzieht den Mund. Sie liebt Noisette, gesteht sie lachend. "Gäbe es nur Zartbitter-Schokolade, hätte ich kein Problem damit, darauf zu verzichten."

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