Einkaufen in Ahaus: Einheitliche Öffnungszeiten bleiben ein unerfüllter Wunsch

rnAhauser Innenstadt

Seit Jahren wird in der Ahauser Innenstadt über einheitliche Öffnungszeiten diskutiert. Bislang ohne Erfolg. Sowohl bei der Mittagspause als auch beim Samstag gehen die Meinungen auseinander.

Ahaus

, 29.02.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einheitliche Öffnungszeiten beschäftigen die Geschäftsinhaber der Ahauser Innenstadt schon seit Jahren. Bereits im April 2014 hatte die damalige Stadtmarketing-Expertin Elke Frauns mahnende Worte an die Einzelhändler gerichtet und geraten, die Öffnungszeiten zu vereinheitlichen. Doch auch fast sechs Jahre später ist eine Vereinheitlichung (noch) nicht in Sicht - obwohl ein Großteil das befürworten würde.

„Wenn es da eine Einigung gäbe, wäre das ein Traum“, sagt eine Mitarbeiterin vom Modegeschäft Steingrube, angesprochen auf einheitliche Öffnungszeiten. Samstags sei es ein absolutes Manko, dass nicht alle Geschäfte zur gleichen Uhrzeit schließen. Ihre Chefin, Petra Steingrube-Rittmann, die auch Vorsitzende des Ahauser Gewerbevereins ist, sieht das ähnlich.

Samstags sind die meisten Kunden in der Ahauser Innenstadt

„Wir bemühen uns schon ewig, dass alle samstags bis 18 Uhr geöffnet haben“, erzählt sie. „Leider machen es aber nicht alle.“ Zwar schätzt sie die Teilnahme an den einheitlichen Öffnungszeiten bereits auf 80 Prozent, doch es gebe eben auch noch die restlichen 20 Prozent, die teilweise schon um 16 oder 17 Uhr schließen würden.

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Samstags seien die meisten Kunden in der Innenstadt, „da wäre es schön, wenn man hier auch jedes Sortiment bekommen würde“, erklärt Steingrube-Rittmann. In der Woche sind die Öffnungszeiten bereits deutlich einheitlichter. Nur noch wenige Geschäfte haben mittags geschlossen. Doch auch dort gibt es den Wunsch, dass alle gemeinschaftlich über die Mittagsstunden geöffnet bleiben.

„Wir können als Mittelzentrum mittags nicht zumachen“, sagt Jochen Schlesier von Schlesier-Moden. „Es schickt sich nicht“, dass mittags nicht alle Läden geöffnet sind. „Wenn wir auch aus den umliegenden Orten Kunden gewinnen wollen, müssen wir einen gewissen Service bieten“, erklärt er. Und dazu gehöre eben auch, mittags nicht zu schließen.

„Bis 18 Uhr macht aus unserer Sicht keinen Sinn“

Doch das größere Streitthema sind und bleiben die Öffnungszeiten am Samstag. „Auf Mitgliederversammlungen sprechen wir es immer wieder an“, sagt Petra Steingrube-Rittmann. Sie sei bemüht, alle von der Idee, einheitlich zu schließen, zu überzeugen, aber „ich kann keinen zwingen“. Auch Christian Fleer vom Juwelier Wichelhaus fände es gut, „wenn sich alle einig werden“. Er favorisiert jedoch eine Schließung bereits um 17 Uhr.

„Bis 18 Uhr macht aus unserer Sicht keinen Sinn“, erklärt er. Bereits ab 16 Uhr sei samstags „in der Innenstadt nichts los“. Daher sei 17 Uhr ausreichend, doch „das kann jeder für sich anders sehen“, sagt Fleer. Peter Thiemann, Inhaber von Thiemann´s Spielen und Basteln, sieht das zum Beispiel anders. Er favorisiert einen Verkaufsschluss erst um 18 Uhr.

Samstags bis 18 Uhr offen? „Ich kann es jedem nur empfehlen“

„Ich kann es allen nur empfehlen“, sagt er. Zudem sei es auch besser, wenn alle mittags geöffnet haben würden. „In der Fußgängerzone sollten alle auf haben.“ Denn viele Kunden würden von außerorts kommen und die Mittagszeit zum Einkaufen in der Ahauser Innenstadt nutzen.

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Daher sei es wichtig, dass auch wirklich alle mittags gemeinschaftlich geöffnet bleiben. Doch beispielsweise der Juwelier Wichelhaus oder das Modegeschäft CeDe Trendline schließen mittags für einige Zeit. „Auch das muss jeder für sich entscheiden“, so Christian Fleer.

Bei CeDe Trendline sei derweil schon mal über das Abschaffen der Mittagspause nachgedacht worden, sagt eine Mitarbeiterin des Geschäfts, doch „es lohnt sich kaum“. Auch dass das große Kaufhaus Berken, welches im vergangenen Jahr eröffnet wurde, durchgehend geöffnet hat, sieht sie nicht als problematisch an. „Die haben eine andere Zielgruppe als wir“, erklärt sie.

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