Einsatz für den Artenschutz

Projektstart in Ottenstein

Inkarnatklee, Wicke und Phacelia, das sind nur drei Pflanzen aus der artenreichen Blütenmischung, die die Landwirte in Hörsteloe auf ihren Feldern ausgebracht haben und die jetzt in bunten Farben in der Bauerschaft blühen. Zu entdecken sind auch zahllose Insekten wie Wildbienen, Schmetterlinge und Hummeln. Außerdem deuten zahlreiche Verbissspuren darauf hin, dass die Flächen auch vom hiesigen Wild gut angenommen werden.

OTTENSTEIN

31.08.2017, 18:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Freuen sich inmitten der Blumenpracht über den guten Anlauf des Projekts: Hendrik Specht (l.), Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, und Herbert Benkhoff, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Hörsteloe.

Freuen sich inmitten der Blumenpracht über den guten Anlauf des Projekts: Hendrik Specht (l.), Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, und Herbert Benkhoff, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Hörsteloe.

Die Aussaat dieser Blühmischungen ist eine der Maßnahmen, die Hendrik Specht von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft den Landwirten aus Hörsteloe und den Revierpächtern auf einer Informationsveranstaltung vorgestellt hatte.

„Ich bin positiv überrascht und freue mich über das große Interesse sowie die große Bereitschaft der Landwirte zur Umsetzung auf ihren Flächen. Sowohl die Anzahl der bereitgestellten Flächen als auch die Vielfalt der umgesetzten Maßnahmen sorgen für viele neue Strukturen in der Feldflur“, sagte der Hegebeauftragte für das Münsterland.

Schon viel umgesetzt

Dazu gehören neben der Anlage von Blüh- und Uferrandstreifen beispielsweise auch Ackerbrachen, artenreicher Zwischenfruchtanbau oder auf den ersten Blick eher unscheinbare Maßnahmen wie das Verbleiben von Getreide auf dem Feld. Gerade Letzteres ist dabei für das Rebhuhn und für Finken im Winter von besonderer Bedeutung, da es in der kargen Jahreszeit Schutz und Nahrung bietet.

Insgesamt setzen sich bei diesem Projekt alle Akteure gemeinschaftlich für eine Aufwertung der Landschaft sowie für die Erhöhung der Struktur- und Artenvielfalt ein und wollen so langfristig einen widerstandsfähigen und artenreichen Niederwildbestand sichern. Vor dem Hintergrund dramatisch sinkender Bestandszahlen an Niederwild wie Feldhasen, Rebhühnern oder Fasanen, sei dies ein wichtiger Ansatz, diesem Trend entgegenzuwirken, so der Hegebeauftragte.

Zuflucht und Nahrung

Die integrierten, extensiv bewirtschafteten Strukturen in der Kulturlandschaft wie Blühstreifen oder Brachen, dienen dabei nicht nur dem Wild als Zufluchts- und Aufzuchtort, sondern sind gleichzeitig eine wesentliche Nahrungsquelle und Lebensraum für Honigbienen, Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten.

Gerade die Bestäuberinsekten sind wiederum für blühende Felder und Blumenwiesen, sowie für gute Erträge in Obstbau und Landwirtschaft mitverantwortlich und bestimmen auch die Vielfalt unserer heutigen Kulturlandschaft.

Wichtige Grundlage

„Insekten sind zudem ein wesentlicher Bestandteil des Nahrungsnetzes gerade auch für junge Fasane und Rebhühner. Wir können also über das Fortbestehen von Rebhuhn und Co. nur dann ernsthaft diskutieren, wenn wir auch die Insektenwelt als wichtige Grundlage hierfür fest im Blick haben“, erläutert Hendrik Specht.

Das Projekt „Hegebeauftragter für das Niederwild im Münsterland“ wurde von dem Landesjagdverband NRW, dem Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer sowie dem Westfälisch-Lippischen-Landwirtschaftsverband gemeinsam mit der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft ins Leben gerufen.

Lesen Sie jetzt