Energiegenossenschaft AHL schüttet kräftig Geld an Mitglieder aus

rnAHLEG

Eine erstmals vollkommen digitale Generalversammlung hielt die Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden ab. Für die gut 1100 Mitglieder gab es gute Nachrichten: der Rubel rollt.

Ahaus, Legden, Heek

, 27.06.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Ansagen auf dem kleinen Monitor waren klar: „Lauter sprechen“, „Näher ans Mikro“, „Leiser Sprechen“. Michael Kersting, Aufsichtsratsvorsitzender der Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden (AHLEG), war die ungewohnte Situation aber nicht anzumerken. Souverän begrüßte er die Mitglieder vom Podium. Doch dort, wo sonst mehrere hundert Menschen gespannt lauschen, stand diesmal nur jede Menge Technik.

Jetzt lesen

Denn die Generalversammlung musste in diesem Jahr coronabedingt komplett digital stattfinden. Als „schon ungewohnt“, bezeichnete Kersting die Situation. Aber es blieb keine andere Wahl, denn satzungsgemäß muss die Versammlung in der ersten Jahreshälfte stattfinden. Sich nur mit den maximal erlaubten 100 Menschen zu versammeln, hätte ebenfalls den Statuten widersprochen.

Experten an Bord geholt

Und so holte man sich schnell Experten an Bord, mietete die Landesmusikakademie in Nienborg und präsentierte so die Tagesordnungspunkte per Stream. Fragen konnten im Vorfeld eingereicht werden. Damit man auf technische Probleme reagieren konnte, wurde das Video leicht zeitversetzt übertragen.

Und auch, wenn es zumindest vor Ort keinen Applaus gab, dürften sich die Mitglieder vor ihren Monitoren gefreut haben. Denn gemeinsam blickten Vorstand und Aufsichtsrat der Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurück.

Für die insgesamt gut 1100 Anteilseigner bedeutet das vor allem: der Rubel rollt. Vier Prozent Dividende plus ein Bonus von 3,25 Prozent werden ausgeschüttet, sofern die Mitglieder per Online-Abstimmung dem Vorschlag des Vorstandes folgen.

„Ergebnis übertrifft unsere Erwartungen“

Gregor Ahler, leitender Angestellter des Vorstandstabes, präsentierte wie schon in den Vorjahren die Zahlen. Der Bilanzgewinn fiel im Vergleich zum Jahr 2018 (668.000 Euro) mit insgesamt 932.000 Euro deutlich höher aus.

„Das Ergebnis des Jahres 2019 übertrifft unsere Erwartungen und Planrechnungen. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, so Ahler. Mit dem Bonus wolle man die Mitglieder an den „Sondereffekten“ beteiligen.

Gregor Ahler stellte die Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres vor. Die Mitglieder konnten vor den Monitoren der Präsentation folgen.

Gregor Ahler stellte die Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres vor. Die Mitglieder konnten vor den Monitoren der Präsentation folgen. © Screenshot Youtube

Zu diesen Sondereffekten, so paradox es klingen mag, gehört auch die zeitweise Stilllegung beziehungsweise Drosselung einiger Windräder des Typs „Enercon E-141“. „Für diese Windräder wurden durch die Sanierung bedingten Ertragsausfälle durch Enercon übernommen“, berichtete Ahler.

„Die Sanierungen führen dazu, dass für einige dieser Anlagen die Abschreibungen noch nicht oder erst im Laufe des Jahres 2019 einsetzten.“ Die Jahresergebnisse nach Verrechnung aller Aufwendungen und Erträge seien dadurch höher ausgefallen. Passenderweise kurz vor der Versammlung erhielt Ahler die Mitteilung, dass nun wieder alle 19 Windräder laufen, an denen die Genossenschaft beteiligt ist.

Neue Projekte angekündigt

Auf den guten Zahlen möchte sich die Genossenschaft aber nicht ausruhen. Michael Kersting kündigte an, dass schon zeitnah neue Projekte an den Start gehen werden. Ob es sich dabei um den Bau neuer Windräder oder die Beteiligung an Windparks handelt, ließ er noch nicht durchblicken. Man wolle in Zukunft aber auch in anderen Bereichen aktiv werden. Als Stichwort nannte der Aufsichtsratvorsitzende das Thema „Stromspeicherung“.

Dass während des (Fast-)Livestreams im Schnitt „nur“ 60 Personen einschalteten, besorgt an diesem Abend aber niemanden. Denn das Video der Präsentation sei noch bis Sonntagabend für alle Mitglieder abrufbar. Bis zu diesem Tag um 16 Uhr läuft auch noch die digitale Abstimmung zur Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrats, der Feststellung des Jahresabschlusses sowie über den Gewinnverwendungsvorschlag.

Lesen Sie jetzt