Entscheidungen fallen erst im nächsten Jahr

Stadthalle und Bücherei

AHAUS „Das könnte der wichtigste Tagesordnungspunkt der ganzen Ratsperiode sein.“ Mit diesen Worten hat am Dienstagabend Bürgermeister Felix Büter die Debatte um das neue Kulturzentrum eröffnet. Das Zehn-Millionen-Euro-Projekt, da war sich der Rat schnell einig, ist zu gewichtig, als dass es schnell entschieden werden könne.

von Von Stefan Grothues

, 16.12.2009, 17:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kulturzentrum Ahaus: So sieht das Zehn-Millionen-Projekt im Modell aus mit erweiterter Stadthalle (1), Stadtbücherei (2) und dem Anbau (3) an die Bernsmannskampschule.

Kulturzentrum Ahaus: So sieht das Zehn-Millionen-Projekt im Modell aus mit erweiterter Stadthalle (1), Stadtbücherei (2) und dem Anbau (3) an die Bernsmannskampschule.

Dass Handlungsbedarf bei der Stadthalle besteht, war ebenfalls Konsens. Zuvor hatte der Technische Beigeordnete Michael Tacke deutlich gemacht, dass nach TÜV-Untersuchungen 2,8 Mio. Euro in die marode Bühnen- und Haustechnik sowie in Dämmmaßnahmen investiert werden müssten – „ohne dass der Bürger davon etwas sieht.“ Nach der Minimal-Sanierung dürften nach dem neuen Versammlungsstättenrecht nur noch 418 statt der ursprünglich 540 Sitzplätze genutzt werden. Nach dem von Architekt Christian Tenhündfeld vorgestellten Umbau- und Erweiterungskonzept verfügt die Stadthalle dagegen über 650 Sitzplätze. In unmittelbarer Nachbarschaft soll nach dem Verwaltungsvorschlag der Neubau der Stadtbücherei entstehen. Verwaltungsvorstand Hermann Kühlkamp: „Die Bündelung der Einrichtungen ist eine deutliche Stärkung für den Bildungs- und Schulstandort Ahaus.“

Für die CDU begrüßte Thomas Vortkamp das Konzept im Grundsatz. „Es kann das Gesicht der Stadt positiv verändern.“ Allerdings, so Vortkamp, „hängen wir noch dem Gedanken nach, die Stadtbücherei im Süden der Fußgängerzone anzusiedeln.“ Reinhard Horst (FDP) unterstützte dies: „Das alte Finanzamt soll zur Stadtbücherei umgebaut werden.“ Horst wollte auch einen Stadthallenabriss nicht ausschließen. Ein Neubau eröffne mehr Planungsfreiheiten und sei möglicherweise nicht sehr viel teurer. Dietmar Eisele (Grüne) sprach sich dagegen für einen Umbau aus: „Ein Neubau wäre viel zu kostspielig.“

Felix Ruwe (UWG) lehnte eine Bebauung der Rasenfläche vor der Stadthalle ab. Der gegenwärtige Standort Bahnhofstraße oder das alte Hallenbad seien die besseren Standorte für die Bücherei. Ohne Einschränkung begrüßte die SPD das Gesamtkonzept. „Wir sind damit sehr zufrieden. Das Konzept geht auf die von uns angeregte ‚Kulturmeile‘ zurück. Dazu gehört auch die Stadtbücherei – sonst wirkt es amputiert.“

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