Erste Bürgerbusfahrt in die Niederlande startet im März

Auf nach Haaksbergen

40 Fahrer wollen sich demnächst hinter das Steuer des neuen Bürgerbusses in Richtung Haaksbergen schwingen. Bis zur ersten Fahrt des neuen Fahrzeugs wird es allerdings noch etwas dauern: Die Jungfernfahrt des Bürgerbusses ist für den 6. März 2017 geplant.

AHAUS

, 06.09.2016, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Erste Bürgerbusfahrt in die Niederlande startet im März

Bürgerbus-Fahrerin Hildegard Klöpper sitzt am Steuer des Bürgerbusses. Als Fahrerin ist sie seit den Anfängen des ersten Bürgerbusvereins in Heek/Legden dabei. Bald werden 40 weitere Fahrer von Ahaus nach Haaksberken pendeln

„Bis dahin legen wir aber nicht die Hände in den Schoß. Es bleibt noch viel zu tun“, sagte der Vorsitzende des Bürgerbusvereins, Josef Terbeck, beim Treffen der Fahrer im Rathaus. So ist zum Beispiel der Fahrplan zwar schon in der Entwurfsform fertig, letzte Details bleiben aber noch offen. Auch das Fahrzeug selbst ist noch nicht geliefert. „Unser Wunschtermin hängt natürlich auch davon ab, dass der Umbau des Fahrzeugs pünktlich fertig ist“, fügte Terbeck noch hinzu. Nach der Gründung des Bürgerbusvereins sei es zunächst etwas ruhiger um die neue Truppe geworden. „Wir arbeiten aber im Hintergrund weiter“, so Terbeck. Bei vielem wolle sich der neue Verein an den erprobten Planungen des Bürgerbusvereins Heek-Legden orientieren. Der ist schließlich schon seit 1985 erfolgreich unterwegs.

Schulungen für die Fahrer

Etliche Fragen hatten die knapp 30 zukünftigen Fahrer bei ihrem Treffen am Mittwoch dann aber doch noch. Etwa wie es mit den anstehenden Schulungen und Untersuchungen aussieht. So werden sie sich zum Beispiel von ihrem alten Führerschein verabschieden: „Den alten ‚Lappen‘ müssen Sie abgeben“, sagt Alexander Paß, der beim Regionalverkehr Münsterland die Bürgerbusprojekte betreut. Stattdessen bekommen sie einen Führerschein im Kartenformat. Auch einen Personenbeförderungsschein müssen sie machen. „Mit den Schulungen beginnen wir fünf bis sechs Wochen vor der ersten Fahrt“, erklärte Alexander Paß. Dort werde dann auch genau erklärt, wie die Fahrten abzurechnen seien und wo das Fahrzeug abends geparkt wird.

Kein Anschluss in Graes und Wessum

Theo Witte, Leiter des Ahauser Ordnungsamtes, freute sich über die große Resonanz. „Wir sind froh, dass sich so viele Ehrenamtliche für den Bürgerbus zwischen Ahaus und der Grenze zu den Niederlanden engagieren wollen“, sagte er. Eine Absage erteilte er vorerst einem Anschluss der Ortsteile Graes und Wessum: „Das würde die Linie unattraktiv machen, weil die Fahrt zu lange dauern würde“, so Theo Witte. Der Weg wäre so schlicht zu weit. Deswegen soll die Fahrt laut vorläufigem Fahrplan vom Kombibad Aquahaus über Wüllen, Ottenstein und Alstätte zum Grenzübergang nach Alstätte führen. Dort ist dann der Übergang zum niederländischen Nahverkehr möglich.

"Aktiver Einsatz"

Auch das ist ein ganz praktischer Kompromiss: „Würden wir unseren Bürgerbus in den Niederlanden betreiben wollen, wäre der Aufwand noch einmal erheblich höher“, erläuterte Theo Witte. Auch so seien die Genehmigungen schon recht kompliziert. Schließlich soll der Bürgerbus keine Konkurrenz zu bestehenden Buslinien schaffen, sondern lediglich Lücken füllen. Der Bürgerbus soll werktags sechsmal zwischen den Endhaltestellen pendeln.

Bürgermeisterin Karola Voß betonte bei dem Fahrertreffen im Rathaus, dass das ehrenamtliche und vor allem grenzüberschreitende Engagement besonders unterstützt werden müsse. „Das Projekt lebt von diesem aktiven Einsatz“, sagte sie. Präventiv wünschte sie den anwesenden Fahrern schon einmal eine allzeit gute und unfallfreie Fahrt.

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