Erste feste Stelle

Deutsch gelernt und Arbeit

. Hamid Kazemi, Mohamed Al Daragi und Yousef Kheder sind als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Das war 2010 und 2011. Langsam fassen sie hier Fuß. Sie haben Deutsch gelernt und eine Arbeit gefunden. Sie fühlen sich wohl hier. Ihre Heimat haben sie aufgegeben.

AHAUS

, 24.11.2015, 19:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Erste feste Stelle

Hamid Kazemi, 34, Mohamed Al Daragi, 24, und Yousef Kheder, 28, (vorne v.l.) sind froh, in der Grenzlandwäscherei Arbeit gefunden zu haben. Arno Elsing (2.v.l.) und Ditmar Jünk, vom Leitungsteam der Grenzlandwäscherei, sind mit der Arbeit des Trios sehr zufrieden. Ein Erfolg der Integration.

Kazemi kam aus Afghanistan, Al Daragi und Kheder aus dem Irak. Al Daragi aus dem Süden, Kheder aus dem Norden. Er ist Kurde. Eins haben sie gemeinsam: Ihre Heimat haben sie verloren. "Ich will auf keinen Fall zurück", sagt Kheder. Seine Heimat gebe es nicht mehr. Die anderen beiden nicken.

In ihren Heimatländern haben alle drei das Gymnasium abgeschlossen. "Ich bin im Irak seit fünf Jahren aus der Schule heraus. Arbeit gibt es dort nicht. Wie sollte ich überleben?", fragt Mohamed Al Daragi.

Keine Perspektive

Hamid Kazemi hat einen eigenen Betrieb - eine Kampfsportschule - geführt. Das ist jedoch schon Jahre her. Wenn er jetzt Nachrichten aus Afghanistan erhält, sagt er, dass es immer schlimmer werde. "Man kann dort nicht mehr leben", sagt er.

2010 und 2011 kamen sie nach Deutschland. Damals noch ohne Schleuser. Was dann folgte, war eine lange Zeit der Ungewissheit. "Man sitzt in so einer Unterkunft und hat viel Zeit", erinnert sich Kazemi. Keine einfache Situation, wie er erklärt. Es sei schwer, die Zeit zu verbringen. "Man hat einfach Langeweile, weil man nichts tun darf", sagt er.

Deutschkurse seien das absolut wichtigste für die Flüchtlinge. "Ohne die Sprache ist man völlig hilflos", erklärt Kheder. Das erklären sie auch den Flüchtlingen, die gerade erst in Ahaus und der Umgebung eintreffen. Mit denen stehen sie in regelmäßigem Kontakt.

Aktuell äußern sich alle drei sehr dankbar und sehr positiv über die große Hilfsbereitschaft und die Unterstützung der Flüchtlinge. Doch das gebe es noch nicht lange so. Als sie selbst nach Deutschland kamen - vor gerade einmal drei oder vier Jahren - seien sie oft auf sich allein gestellt gewesen. "Das ist heute alles viel besser. Die Flüchtlinge haben aktuell Glück", sagt Mohamed Al Daragi.

Arbeit ist Zukunft

Bergauf ging es für alle drei erst, als sie Arbeit bekamen. Erst in Minijobs, dann in Zeitarbeitsfirmen und schließlich in der Wäscherei. "Hauptsache, man kann etwas tun", sagt Al Daragi. Die Zukunft liegt für sie im Moment noch im Ungewissen. Kazemi möchte gern seine Frau und seine Familie nach Deutschland holen. Die Anträge dafür seien unterwegs, dauern aber wohl noch einige Monate. Kheder würde gerne noch weitere Deutschkurse besuchen und vielleicht noch einmal zur Schule oder sogar zur Universität gehen. "Aber erst einmal arbeiten", sagt Kheder. Für mehr habe er im Moment gar keine Zeit.

Ditmar Junk, Mitglied im Leitungsteam der Grenzland-Wäscherei, ist mit der Arbeit des Trios hochzufrieden. "Wir sind ein echter Integrationsbetrieb", sagt er. Menschen aus zwölf Nationen arbeiten dort. 

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