Erste Kandidaten für Nachfolge von Felix Büter stehen fest

Bürgermeisterwahl 2015

Frank Beckert will Bürgermeister werden. Ingo Woolderink ebenso. Verwaltungsvorstand Christoph Almering wurde gefragt, ob er es machen möchte und überlegt. Reinhard Horst von der FDP denkt über eine Kandidatur nach und könnte heute Abend als Kandidat aufgestellt werden. Nur die CDU und die vier restlichen Parteien der Gestaltungsmehrheit halten sich noch zurück und wollen noch keinen Namen nennen.

Ahaus

, 10.02.2015, 18:42 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Ich würde nicht antreten, wenn ich nicht davon ausgehen würde, es auch zu schaffen“, sagt Beckert am Dienstagvormittag am Telefon. Auf den Rückhalt einer der sechs im Ahauser Rat vertretenen Parteien setzt er dabei ausdrücklich nicht. „Gerade jetzt ist doch die Zeit für einen parteilosen Bürgermeister gekommen“, sagt Beckert. Da er ohne Rückendeckung einer Partei antritt, muss er Unterschriften möglicher Unterstützer sammeln.

Einzelkandidat braucht 210 Unterschriften

Fünfmal so viele, wie es Sitze im Ahauser Rat gibt. Bei aktuell 42 Sitzen wären das Unterschriften von 210 Personen. Um die Zahl der möglichen Befürworter macht er sich noch keine Gedanken. „Ich habe noch bis Ende Juli Zeit, das werde ich schon schaffen“, sagt er. Auch zu seinen politischen Zielen sagt er im Moment noch nichts. „Der Wahlkampf hat ja noch nicht begonnen. Dafür ist es noch etwas früh“, so Beckert.

Auch Ingo Woolderink tritt alleine und ohne die Unterstützung einer Partei an. „Ich würde mich natürlich über Unterstützung freuen, allein um die logistische Herausforderung zu stemmen“, sagt er. Gleichzeitig glaube er aber, dass das Amt des Bürgermeisters neutral besetzt werden sollte. „Ganz ohne Parteienloyalität“, sagt er. Auch er ist sich sicher, die notwendige Zahl der Unterschriften zu bekommen – und auch das Rennen um den Sessel des Bürgermeisters zu gewinnen. „Sonst würde ich ja nicht antreten„, sagt er. Ganz klar ist für ihn aber auch, dass es durch eine Kandidatur nichts zu verlieren gibt. Schon deswegen lohne es sich.

Verwaltungsvorstand bittet um Bedenkzeit

Auf seine mögliche Kandidatur angesprochen, reagiert Verwaltungsvorstand Christoph Almering gestern noch sehr zurückhaltend. Ja, er sei tatsächlich angesprochen worden und ja, er überlege gerade auch, ob er auf diesen Vorschlag eingehen solle. „Das war bisher nicht so geplant, deswegen habe ich mir Bedenkzeit erbeten“, sagt er. In drei bis vier Wochen will er sich darüber klar sein. Wer ihn gefragt hat, wollte er gestern nicht sagen. Das sei so vereinbart gewesen. Almering hat erst im vergangenen Oktober die Nachfolge von Hermann Kühlkamp als Verwaltungsvorstand angetreten.

Die Parteien in Ahaus gehen es bis auf weiteres noch ruhig an: Die CDU will erst Ende März ihren Kandidaten benennen. Wie der Stadtverbandsvorsitzende Bernhard Hemling erklärt, gebe es einige Kandidaten, die für die Christdemokraten antreten würden. Allesamt Ahauser und CDU-Mitglieder, so Hemling. Über die genaue Anzahl oder Einzelheiten zu den Personalien schweigt Hemling aktuell noch.

Noch kein klares Signal von der Gestaltungsmehrheit

Auf der Seite der Gestaltungsmehrheit aus SPD, UWG, Grünen, WGW und FDP hat es bereits Abstimmungen gegeben. Mit unterschiedlichen Ergebnissen: Reinhard Horst, FDP-Fraktionsvorsitzender im Ahauser Rat, will wohl selbst als Bürgermeister kandidieren – wie schon bei der vergangenen Wahl 2009. Ob seine Partei ihn aufstellt, soll heute Abend eine Mitgliederversammlung zeigen. Als Einzelkandidat ohne Unterstützung einer Partei will er nicht antreten.

Drei Parteien der Gestaltungsmehrheit – nämlich SPD, UWG und Grüne – haben sich offenbar auf einen Kandidaten geeinigt, wollen den Namen aber noch nicht veröffentlichen. „Wir haben einen sehr guten Kandidaten“, sagt Ludwig Niestegge, Vorsitzender der SPD Ahaus. Nähere Einzelheiten will er aber jetzt noch nicht veröffentlichen. „Vier Wochen dauert es noch“, sagt er. Genau wie Felix Ruwe von der UWG. „Wir haben uns intern geeinigt“, sagt er. Einen Namen will auch er aber noch nicht nennen. Auch er beruft sich auf eine gemeinsame Pressekonferenz im März. Nur so viel: „Wir sind für die Wahl gut aufgestellt“, sagt er. Einer Kandidatur von Christoph Almering steht er kritisch gegenüber. Dafür sei es noch zu früh. In ein paar Jahren sei das sicherlich eine Option, momentan aber noch nicht. Hermann-Josef Haveloh sagte am Dienstag, dass die Wählergemeinschaft Wüllen (WGW) zu klein sei, um einen eigenen Kandidaten aufzustellen. „Wir warten ab, ob uns ein vernünftiger Kandidat präsentiert wird“, so Haveloh.

Von der Verwaltung gibt es aktuell noch keine Stellungnahme über potenzielle weitere Einzelbewerber um das Amt des Bürgermeisters. „Informationen dazu veröffentlichen wir erst, nach der Sitzung des Wahlausschusses“, sagt Pressesprecher Stefan Hilbring.

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