Erste Maßnahmen und gemischte Gefühle wegen Coronavirus auf Ahauser Wochenmarkt

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Gemischte Gefühle bei den Händlern des Ahauser Wochenmarkts: die einen sprechen von „Panik-Mache“, andere treffen schon Maßnahmen zum Schutz ihrer Kunden. Der Blick geht auch nach Münster.

Ahaus

, 11.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stimmung auf dem Ahauser Wochenmarkt ist auch am Mittwoch ausgelassen. Die Händler nehmen sich Zeit für ihre Kunden. Es gehen nicht nur Waren über die Theke, sondern es wird auch über Gott und die Welt geplaudert. Das gehört dazu – auch in Zeiten des Coronavirus. „Hamstern ist doch gerade in Mode, also schlagen Sie ruhig zu“, witzelt Anna Machill, Verkäuferin bei „Bramers – Mediterrane Feinkost“.

Genau wie an vielen anderen Ständen stehen die Kunden bei ihr Schlange. Trotzdem hat Machill das Gefühl, dass es weniger sind als sonst. Zu hoch hängen möchte sie diesen subjektiven Eindruck aber nicht: „Das kann auch einfach am Wetter liegen.“ Händlerin Birgit van de Maat bezeichnet die äußeren Bedingungen am Mittwoch hingegen als „ideal“.

Allerdings meint auch sie, dass es in der Fußgängerzone an diesem Tag eher ruhiger sei als sonst. Einen Zusammenhang zum Coronavirus sieht sie aber nicht unbedingt. „Solche Tage kommen immer mal wieder vor. Man neigt dann immer schnell dazu, es auf irgendwas zu schieben.“

Jens Lütjen: „Da wird auch viel Panik geschürt.“

Direkt neben „van de Maat“ bieten Jens und Renate Lütjen frischen Fisch und Meeresfrüchte an. Und Jens Lütjen ist auf das Thema Coronavirus nicht gut zu sprechen. „Da wird von den Medien auch viel Panik geschürt“, sagt er. Den Einwand seiner Kundin, dass man ja auch informiert werden wolle, wischt er beiseite. „Wir spüren auch hier in Ahaus, dass die Leute lieber zu Hause bleiben. Das bekommen alle Einzelhändler zu spüren und kann schnell zu Problemen führen.“

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Die sieht Udo Küsters zumindest in Ahaus noch nicht. Am Obst- und Gemüsestand des Vredeners sei auch auch Mittwoch gut zu tun gewesen. Allerdings hat er bereits erste Vorkehrungen wegen des Coronavirus getroffen. Die Probierschalen stehen aus Gründen der Hygiene mittlerweile hinter dem Tresen und sind mit Zahnstochern versehen. Außerdem tragen alle Mitarbeiter Plastikhandschuhe. „Man muss ja nichts unnötig riskieren“, sagt Küsters.

Kritik an Diskussionen über den Wochenmarkt

Sehr kritisch sieht er allerdings die aktuellen Entwicklungen in Münster. Dort wird aktuell darüber diskutiert, inwiefern der Wochenmarkt überhaupt stattfinden kann. „Das ist einfach nicht richtig. Ein Wochenmarkt sichert die Grundversorgung. Wenn der zugemacht wird, müssen auch das Centro in Oberhausen und große Discounter schließen“, sagt er. Sorgen, dass es auch den Ahauser Markt treffen könnte, hat er aber nicht. „Münster ist ja von der Größe eine ganze andere Hausnummer.“

Auf Anfrage erklärte Claudia Platte, Geschäftsführerin von Ahaus Marketing und Touristik: „In Ahaus gibt es bisher keine Diskussionen über eine Absage des Wochenmarkts.“ Bisher habe sich auch noch kein Händler bei ihr erkundigt. Eine andere Veranstaltung fällt allerdings dem Coronavirus zum Opfer. Der geplante „Feierabendmarkt“ am Freitag, 3. April, ist abgesagt worden. „Es ist eine Vorbeugemaßnahme, weil es sehr viele gastronomische Angebote gibt“, so Platte. Somit findet der erste Feierabendmarkt des Jahres im Juni statt.

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