Es hätte besser laufen können

Bilanz zum Adventssonntag

Süßer die Kassen nie klingeln? Ganz so ist es nicht. Erstmals überhaupt in der Adventszeit waren die Geschäfte am Sonntag geöffnet. Die Bilanz für diese Premiere fällt nur mittelprächtig aus. Denn viele Händler hatten mehr Umsatz erwartet.

AHAUS

07.12.2015, 18:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das gilt auch für Petra Rittmann, Geschäftsführerin des Modehauses Steingrube. Sie ist Sprecherin des Ahauser Gewerbevereins. "In unserem Haus hätte es besser laufen können", sagt sie ganz offen. Nach allem, was sie am Montag selbst so gehört hat, spricht sie mit dieser Einschätzung offenbar vielen Händlern aus dem Herzen.

Zum Beispiel Peter Thiemann, in dessen Bastel- und Spielwarengeschäft es gerade zur Weihnachtszeit eigentlich brummen müsste. Tat es aber nicht. "Fürs Weihnachtsgeschäft war das eher bescheiden." Allerdings: "Man muss diesem verkaufsoffenen Sonntag am zweiten Advent auch Zeit geben. Das muss sich entwickeln", sagt er. Und eine ganz so schlechte Note will er dann auch nicht geben: "Der Umsatz war auf jeden Fall besser als am Kirmessonntag."

Vier verkaufsoffene Sonntag im Jahr lässt das Gesetz zu. Den zur Kirmes hatten die Ahauser Gewerbetreibenden aus dem Programm genommen und ihn jetzt durch den Adventssonntag ersetzt.

Jedes Jahr etwas Neues auf die Beine stellen

"Und das ist auch richtig so. Ich bin froh, dass es so gemacht worden ist", betont Goldschmied Mathias Engels. Zwar hatte auch er sich mehr versprochen, zumal Schmuck ebenfalls ein Klassiker unter den Weihnachtsgeschenken ist. Aber er plädiert eindringlich dafür, am neuen Konzept festzuhalten. "Ahaus ist vom Grundsatz her gut aufgestellt. Wir müssen allerdings überlegen, ob wir nicht einiges noch verbessern können."

Sebastian Schürmann, Geschäftsführer von Ahaus Marketing und Touristik (AMT) ist für Vorschläge offen. "Unser Ziel ist es, jedes Jahr etwas Neues für die Weihnachtsstadt Ahaus auf die Beine zu stellen."

In diesem Jahr hat eine Neuerung nach seinem Eindruck jedenfalls gut eingeschlagen: "Das Reifen-Rodeln ist ein Publikumsmagnet und lockt Familien mit kleinen Kindern in die Stadt." Diese Attraktion sei auch ein Alleinstellungsmerkmal für Ahaus. Das nächste Angebot dieser Art gebe es erst wieder im Centro in Oberhausen. Schürmann plant den Rodelspaß bereits fürs nächste Jahr wieder ein.

Hütten kommen jetzt an

Etabliert hat sich offenkundig eine Optik, die 2014 in der Weihnachtsstadt eingeführt und zunächst kritisiert wurde. "Jetzt aber kommen die Holzhütten bei vielen gut an, wir haben schon Anfragen von Händlern, die es 2016 auch machen wollen", sagt Petra Rittmann.

Ohnehin: Unter den Händlern gibt sehr wohl auch Stimmen, die die Premieren-Bilanz für den verkaufsoffenen Adventssonntag aufpolieren. Christian Fleer, Geschäftsführer im Juweliergeschäft Wichelhaus, gehört dazu: "Man muss ja nicht immer alles auf einmal wollen, für eine Premiere war es ganz gut." Und einer, der bei der Frage nach dem Umsatz geradezu vor Freude strahlt, ist Herrenausstatter Jochen Schlesier: "Es war der beste verkaufsoffene Sonntag in diesem Jahr."

Einig sind sich die Händler darin, dass dem Kunden zum Advent etwas geboten werden muss. "Glühwein und Pommes gehen immer, aber das allein reicht nicht", so Rittmann

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