Falscher Mann saß auf der Anklagebank

13.07.2007, 20:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ahaus Eine überraschende Wende nahm gestern Morgen ein Prozess beim Schöffengericht. Während der Beweisaufnahme stellte sich heraus, dass der falsche Angeklagte, ein 28-Jähriger, auf der Anklagebank saß.

Keiner der vier Zeugen konnte ihn als Täter identifizieren, so dass ein Freispruch gegen den Mann, der selbst keinerlei Angaben machte, erfolgte. Gegen den tatsächlichen Täter, der den Namen und die Adresse des 28-Jährigen bei der polizeilichen Vernehmung angegeben und auch mit dessen Namen das Protokoll unterschrieben hatte, wird jetzt ermittelt. Die Anklage der Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am Silvesterabend auf fünf Personen mit einer Gaspistole geschossen zu haben.

Die jungen Leute hielten sich am Bispingplatz auf, als ein PKW anhielt, der Fahrer ausstieg und mehrere Schüsse aus der Pistole auf die jungen Leute abgab. Danach stieg er wieder ins Auto und fuhr davon. Zwei Männer der Gruppe erlitten durch die Schüsse am Kopf ein so genanntes Knalltrauma mit einem kurzzeitigen Hörverlust.

Ins Krankenhaus

Sie wurden mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht und mussten danach einen Facharzt konsultieren, hielten aber keine bleibenden Schäden zurück. Der in der Verhandlung noch als Zeuge hinzugezogene Polizeibeamte erkannte den 28-Jährigen auf der Anklagebank nicht als den Mann wieder, den er nach der Tat gestellt hatte. Die Vernehmung, berichtete der Beamte, habe er ebenfalls mit einer anderen Person geführt. ek

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