Fans feiern „De Höhner“ in der Stadthalle in Ahaus

rnKultband

Übers Jahr kommt die Kölner Kultband „De Höhner“ auf gut 280 Auftritte, am Freitagabend traten die Musiker in der Stadthalle auf. Eine treue Fangemeinde wartete bereits.

von Sarah Vortkamp

Ahaus

, 02.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon vor Einlassbeginn bilden sich am Freitagabend lange Schlangen vor dem Kulturquadrat in Ahaus. Der Grund dafür: Die Kölner Kultband De Höhner war für ein Konzert zu Gast.

Veranstalter Robert Meyer fasst gut eineinhalb Stunden vor Beginn des Konzertes noch da an, wo seine Hilfe benötigt wird. Er ist der feste Caterer der Stadthalle und hat auch schon die Sängerin Anastacia nach Ahaus geholt. Er selbst liegt musikalisch „weder bei Wacken noch bei Helene Fischer“ und muss schmunzeln, als er das verrät. Am Freitag freut er sich auf einen Partyabend und hofft, dass alles weiter so unkompliziert abläuft wie bisher.

Gäste aus „Klein-Köln“

Das Publikum ist bunt gemischt, wobei ein auffällig großer Teil aus Klein-Köln, also Wüllen, kommt. Wie auch zwei 20- und 23-jährige karnevalsbegeisterte Freundinnen. Sie sind selbstverständlich Mitglieder im örtlichen Karnevalsverein. Ein besonderer Gast ist Werner Kortbuß. Auch bekannt als Prinz Werner II. Noch in der Silvesternacht hat er mit seinen Kegelbrüdern die Karten für den Konzertabend als einer der Ersten online gebucht.

Entspannte Stimmung

Während im Foyer rund 20 Minuten vor Beginn immer mehr Konzertbesucher eintreffen, ist die Stimmung hinter der Bühne noch ganz entspannt. Nervös sind die Bandmitglieder bisher nicht. Alles ist vorbereitet, die Technik ist eingestellt. Über das ganze Jahr kommen bei den Musikern rund 280 Auftritte zusammen, so dass schon von einer gewissen Routine gesprochen werden kann.

„Jeder Auftritt hat seinen Reiz“

Ein typisches Jahr sieht mittlerweile so aus: Nach der Karnevalssaison und den Frühjahrskonzerten spielen die sechs Männer ihre Zirkusshow und verbringen den Sommer bei etlichen Auftritten unter freiem Himmel. Darauf folgt die Classic-Zeit mit der jungen Philharmonie, bevor es wie an dem Abend in Ahaus, wieder „Party“ heißt. Im Oktober gibt es viele Oktoberfestauftritte, bis am 11. November die Karnevalssaison wieder eingeläutet wird.

Gegen Jahresende kommen die Weihnachtskonzerte dazu. 2019 werden es 23 Auftritte sein. „Die Mischung ist das Interessante. Jeder Auftritt hat seinen gewissen Reiz“, erzählt Jens Streifling vor dem Auftritt im Backstage-Bereich. Er ist der Allrounder an der Mandoline, der Ukulele, dem Saxophon und der Harp. Seit seinem 18. Lebensjahr ist er Berufsmusiker und seit mittlerweile 16 Jahren spielt er für De Höhner.

„Heimatgefühl“

„Ich bin hier, um mal wieder richtiges Kölsch zu hören“, erklärt der Ahauser Alfred Kruft, der mit seiner Frau Barbara das Konzert besucht. Er selbst ist im Kölner Raum aufgewachsen und die Lieder geben ihm ein richtiges „Heimatgefühl“, auch wenn er sich in Ahaus wohlfühlt. Natürlich hat er die Band auch schon in Köln gesehen. Er stellt einen großen, regionalen Unterschied beim Publikum fest.

Eher unbekannte Lieder

„Wenn in Köln die Balladen erklingen, dann kann man eine Stecknadel fallen hören. Die Lieder sind sehr emotional und erinnern an die Kölner Geschichte. Im Gegensatz dazu wird hier dann die Chance bei den tendenziell unbekannten Liedern genutzt, sich mit neuem Bier zu versorgen“, so Kruft.

Musikfans aus Gescher

Neben den ganzen Wüllenern sind allerdings auch karnevalsbegeisterte Musikfans aus Gescher da, der anderen Karnevalshochburg im Kreis Borken. Als die Freunde der „Interessensgruppe ‚Wir sind Karneval‘“ vom Konzert erfahren haben, waren sie direkt Feuer und Flamme und haben sich Karten gekauft.

Lesen Sie jetzt