Die Feuer- und Rettungswache in Ahaus braucht mehr Platz

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Die Feuer- und Rettungswache am Adenauerring platzt aus allen Nähten. Für eine Übergangszeit sollen neue Container Abhilfe schaffen. Wie es weitergeht, soll eine Machbarkeitsstudie zeigen.

Ahaus

, 25.09.2019, 18:41 Uhr / Lesedauer: 3 min

Was 1987 bei der Feuerwehr noch Standard war, ist anno 2019 schon lange nicht mehr Stand der Technik. Einen Eindruck davon vermittelten am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss der Erste Beigeordnete Hans-Georg Althoff und Dirk Honekamp, stellvertretender Leiter der Feuer- und Rettungswache in Ahaus.

Das Gebäude der Feuer- und Rettungswache am Adenauerring ist 32 Jahre alt. „Es wurde konzipiert als Standort für den Löschzug Ahaus mit damals gut 50 Feuerwehrleuten“, erklärte Dirk Honekamp am Mittwoch im Gespräch mit unserer Redaktion. „Heute zählt allein der Löschzug knapp 90 Ehrenamtliche.“

Mehr Aufgaben, mehr Personal

Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Aufgaben und natürlich Personal dazu: „Die Jugendfeuerwehr, mehr Personal für Rettungswagen und natürlich Personal für hauptamtlichen Brandschutz rund um die Uhr, 24 Stunden.“

Die Raumnot wurde mit den Jahren größer, „sie kann nur noch ansatzweise durch provisorische Lösungen gedeckt werden“, heißt es im Brandschutzbedarfsplan der Stadt.

Die Feuer- und Rettungswache in Ahaus braucht mehr Platz

"Multifunktionale Nutzung", allerdings aus Platzmangel: in diesem Raum sind Spinde, Technik, ein Ruheplatz und noch weitere technische Funktionen und Mobiliar untergebracht. © Christian Bödding

Das zeigen zum Beispiel die auf dem Hof aufgestellten Bürocontainer. „Die Platzverhältnisse sind nicht annähernd ausreichend“, sagte Hans-Georg Althoff im Ausschuss. Die Stadt will handeln, in dem sie in einem ersten Schritt die vorhandenen Container zum Baubetriebshof versetzt und auf dem Hof der Feuer- und Rettungswache neue Container aufstellt.

„Eine neue Anlage ist günstiger, als wenn wir die bestehenden Container ergänzen würden“, sagte Norbert Rose, Fachbereichsleiter Immobilienwirtschaft. Es würden neue Räume auf 300 Quadratmetern geschaffen.

Container für „Übergangszeit“

„Die Container bleiben so lange stehen, bis sich die bauliche Situation verbessert hat“, erklärte der Erste Beigeordnete. Eine konkrete Zeitspanne nannte Althoff auf Nachfrage im Ausschuss nicht und sprach von einer „Übergangszeit“. Über diese Zeitspanne äußerte Hubert Kersting (UWG), dass er in Ahaus Containerstandorte kenne, die es seit 25 Jahren gebe.

Die Stadt will als erstes eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, die das Areal an der Adenauerstraße in den Fokus nimmt, auch mit Blick auf den benachbarten Baubetriebshof.

Dazu soll es in der kommenden Woche einen Termin von Mitarbeitern der Immobilienwirtschaft, der Feuerwehr und des Baubetriebshofes geben. „Im Augenblick ist wichtig, dass die Einsatzfähigkeit der Wehr gewährleistet ist“, sagte der Erste Beigeordnete.

„Keine Dauerlösung“

Die Container seien eine Übergangslösung, keine Dauerlösung, erklärte Althoff. „Ich verrate kein Geheimnis, es wird ein Großprojekt werden.“ Das solche Großprojekte einiges an Zeit verschlingen, berichtete Reinhard Horst (FDP). Die Zeitspanne zwischen der erstellten Machbarkeitsstudie und der Inbetriebnahme der Stadtlohner Feuer- und Rettungswache am vergangenen Wochenende habe sechs Jahre betragen.

Die Feuer- und Rettungswache in Ahaus braucht mehr Platz

Die vorhandenen Container im Innenhof der Feuer- und Rettungswache werden zum Baubetriebshof versetzt. Die Stadt plant, im Hof neue Container aufzustellen, die rund 300 Quadratmeter Fläche bieten. © Christian Bödding

„Uns wäre es gleich, ob es einen Anbau, Umbau oder Neubau gibt“, sagte Dirk Honekamp am Mittwoch. Der Standort am Adenauerring sei vom Grundsatz her gut. Die Rettungskräfte könnten von dort sehr gut in die Kernstadt ausrücken. „Es wäre nicht ideal, die Feuer- und Rettungswache an den Ortsrand zu bringen.“

Der stellvertretende Leiter verdeutlichte bei einem Rundgang, wie groß die Platznot ist. Die neuen Container müssen Platz bieten für: die Kleiderkammer der Feuerwehr, das Büro des Leiters der Jugendfeuerwehr, das Büro der Löschzugführung Ahaus, einen Aufenthaltsraum für Bedienstete, Büros für die Sachgebietsleiter von Rettungsdienst und Informations- und Kommunikationstechnik, die Elektrowerkstatt, die Abteilung Ausbildung sowie Ruheräume.

Kaum Platz in den Hallen

Im Innenhof müssen sich Alarm- und Bediensteten-Parkplätze eine Fläche teilen, in den Fahrzeughallen ist so wenig Platz, dass Krankentransportwagen zwei Meter aus der Halle gefahren werden müssen, damit man die Trage für die Wischdesinfektion entnehmen kann.

Im Ausschuss berichtete Dirk Honekamp auch von der personellen Situation im Ausbildungsbereich. Zum 1. Oktober dieses Jahres und zum 1. April 2020 werden jeweils drei Brandmeister-Anwärter eingestellt.

Personalsituation

Aktuell gibt es bei der Feuer- und Rettungswache zehn Brandmeister-Anwärter und drei Notfallsanitäter-Auszubildende. Dirk Honekamp: „89 Prozent der in den vergangenen Jahren eingestellten Bewerber stammen aus der freiwilligen Feuerwehr.“ 90 Prozent kommen aus einem Bereich von 15 Kilometern um Ahaus.

Allerdings sei der Fachkräftemangel auch bei der Feuerwehr ein Thema. „Der Bedarf im gesamten Land steigt zunehmend“, sagte Dirk Honekamp. Viele ältere Kollegen würden in Pension gehen, das müsse personell aufgefangen werden, hinzu komme der Personalzuwachs durch rechtliche Vorgaben.

CDU-Antrag vom Frühjahr 2018

Christian Rudde sprach im Hauptausschuss einen Antrag der CDU vom Frühjahr 2018 an. Darin ging es unter anderem um eine stärkere Verschränkung des Hauptamts und des Ehrenamts beim Brandschutz.

Hans-Georg Althoff berichtete von Gesprächen mit der Bezirksregierung und dem Kreis Borken. „Rechtliche Bedenken sind nicht von der Hand zu weisen.“ Schriftlich habe er aber zu dem Thema von der Bezirksregierung nichts bekommen.

Das sorgte bei Christian Rudde für Unmut: „Wenn es nach eineinhalb Jahren nicht einmal einen schriftlichen Hinweis von der Bezirksregierung gibt, dann stellt mich das nicht zufrieden.“

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