Im verrauchten Kesselraum testeten die Feuerwehrleute ihre Atemschutzausrüstung. © Anna-Lena Haget
Herbstübung

Feuerwehr Ottenstein nimmt sich für Übung reale Katastrophe zum Vorbild

Bei ihrer großen Herbstübungsaktion hat die Ottensteiner Feuerwehr eng mit THW und den Löschzügen aus Wessum und Alstätte zusammengearbeitet. Vorbild für die Übung war eine reale Katastrophe.

Es ist 14.50 Uhr, als an diesem Samstagnachmittag die erste Sirene in der Ferne ertönt. Als erste sind Einsatzleiter Bernd Grobmeier und sein Team vor Ort am alten Okulen-Werk. Ein verwirrt wirkender Mann stolpert aus der Tür des Gebäudes heraus auf Grobmeier zu und erzählt von zwei Kollegen, die irgendwo dort drinnen verschollen seien.

Die Organisatoren Christian Gosling und Christoph Terhalle haben sich Mühe gegeben, die Übung möglichst echt aussehen zu lassen. Vorbild war eine reale Katastrophe: Der Großbrand im Vredener Kunststoffwerk Wefapress im Juli.

Beobachtung mit Drohne

Zügig rücken weitere Einsatzfahrzeuge des Ottensteiner Löschzuges der Freiwilligen Feuerwehr Ahaus an und kurze Zeit später das Technische Hilfswerk mit zwei Fahrzeugen. Die THW-Helfer werden später unter anderem mit einer Drohne das Gelände von oben beobachten.

Die Feuerwehrleute übten auf der Seite des Gebäudes die Brandbekämpfung.
Die Feuerwehrleute übten auf der Seite des Gebäudes die Brandbekämpfung. © Anna-Lena Haget © Anna-Lena Haget

Die Ursache für den hypothetischen Brand ist schnell ausgemacht: Bei Wartungsarbeiten an der Heizungsanlage im Kesselhaus ist es zu einer Verpuffung gekommen, woraufhin ein Feuer ausbrach. Während die Feuerwehrleute Schläuche ausrollen und ihre Atemschutzgeräte einsatzbereit machen, beobachtet Löschzugführer Michael Schnell die Arbeiten und macht sich Notizen.

Brandkatastrophe beim Mitbewerber

Auch Okulen-Geschäftsführer Rainer Gosling ist anwesend und beobachtet das Treiben. „1978, als Okulen gerade ein Jahr alt war, da ist auch das Kesselhaus abgebrannt“, erinnert er sich. Die Brandkatastrophe beim Mitbewerber in Vreden hat ihn und seine Mitarbeiter aufhorchen lassen. „Wir nehmen uns aus dieser Übung auf jeden Fall einiges mit“, so Gosling.

Ausgerüstet mit Atemschutzgeräten machen sich die Feuerwehrleute auf zum Brandort, während die Erste-Hilfe-Zone für die Verletzten hergerichtet wird.
Ausgerüstet mit Atemschutzgeräten machen sich die Feuerwehrleute auf zum Brandort, während die Erste-Hilfe-Zone für die Verletzten hergerichtet wird. © Anna-Lena Haget © Anna-Lena Haget

Durch eine Seitentür dringen einige Ottensteiner Kameraden in den verrauchten Kesselraum vor, in dem es auch ohne echtes Feuer fast unerträglich warm ist. Bald schon sind die zwei „Vermissten“ aufgespürt. Inzwischen haben die Kollegen aus Wessum und Alstätte an der Gebäudeseite Stellung bezogen. Sie löschen mit mehreren Rohren den angenommenen Brand und sorgen dafür, dass die Flammen nicht auf weitere Gebäudeteile übergreifen.

Kontaminiertes Löschwasser

Auf das Technische Hilfswerk wartet unterdessen eine mindestens genau so schwierige Aufgabe. Würde der Kesselraum wirklich brennen, wäre das Löschwasser mit Diesel kontaminiert. Die Helfer des THW müssten mit Hilfe spezieller Ballons verhindern, dass das Wasser in die Kanalisation gerät.

Kurze Zeit später ist der Einsatz beendet und Michael Schnell zieht ein positives Fazit: „Wir haben das Zusammenspiel geübt und das hat super funktioniert. Da hat die Einsatzleitung einen wirklich guten Job gemacht. Ich bin wirklich stolz auf die Kameraden und ihre Motivation“, so Schnell.

Auch Stadtbrandmeister Berthold Büter zeigt sich zufrieden: „Das gemeinsame Üben ist total wichtig. Nicht nur für die technischen Gegebenheiten und die Abläufe, sondern auch damit die Leute sich untereinander kennenlernen“, so Büter.

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Anna-Lena Haget