Feuerwehr sagt nein zu Cold-Water-Challenge

Aktion kein Spaß

Sechs Mann sitzen in einem Schlauchboot auf dem Trockenen. Sie paddeln in der Luft und rufen nach Wasser. Ein großer Radlader kommt ins Bild und kippt hunderte Liter Wasser aus seiner Schaufel in das Schlauchboot. Alle lachen, winken und spritzen sich gegenseitig nass.

AHAUS

, 08.07.2014, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er hat für die Ahauser Feuerwehr entschieden, nicht auf entsprechende Herausforderungen zu reagieren. Außerdem sei die Aktion sicher nicht geeignet, um neue Mitglieder zu werben. „Das ist ja sicherlich eine ganz spaßige Veranstaltung, spiegelt unsere verantwortungsvolle Arbeit aber in keiner Weise wider“, sagt er. Felix Büter, Ahauser Bürgermeister und Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes, hat auf Nachfrage erfahren, dass sich auch Jugendliche in seinem Verein an der Challenge beteiligt haben. „Allerdings in einem sehr spartanischen Rahmen“, sagt er. Allein wegen der Haftungsfrage würde auch er von ähnlichen Projekten aber eher abraten.

„Man kann eben nie abschätzen, wie sich solche Dinge weiter entwickeln.“ Für ihn ist die Außenwirkung eines solchen Videos im Internet eher fraglich. „Wir verbieten unseren Mitgliedern diesen Wettbewerb nicht, wir mahnen nur zur Unfallverhütung und betonen die Freiwilligkeit der Teilnahme“, sagt Georgia Fleiderer, Pressesprecherin der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. So sollen Haftungsfragen ausgeschlossen werden. Auch die Landjugenden aus Wessum und Wüllen haben ihre Herausforderung schon erfüllt und ein entsprechendes Video hochgeladen. Wie der Ahauser Bezirksvorstand der KLJB Tobias Bengfort erklärte, wisse aber jeder in der KLJB worauf zu achten sei, wenn bei Aktionen Traktoren im Spiel sind.

Denn auch bei anderen Aktionen könne etwas passieren. Aber: „Wenn wir mit Maschinen fahren – etwa bei der Schrottsammlung – hat niemand etwas im Gefahrenbereich verloren." Ihm sei wichtig, dass die KLJB durch die Teilnahme an der Aktion nicht in ein schlechtes Licht gerückt werde. Der Kritik kam die KLJB Gemen voraus: Statt sich der Herausforderung zu stellen, haben die Mitglieder lieber für ein karitatives Projekt zur Wassergewinnung in der dritten Welt gespendet (Wir berichteten).

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt