Frauen im Männerschützenverein: Emanzipation oder „Schwachsinn“?

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Die Oldenburger Schützen in Ahaus nehmen ab sofort junge Frauen ab 16 Jahren auf. Bundesfinanzminister Olaf Scholz will reinen Männervereinen Steuervorteile streichen. Zündstoff.

Ahaus

, 15.11.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Frauen in Schützenvereinen? Der Ahauser Schützenverein Oldenburg hat damit überhaupt kein Problem. Die Schützenbrüder haben gerade erst ihre Satzung geändert. Ab sofort dürfen Frauen ab dem 16. Lebensjahr vollwertiges Mitglied werden. Ist Schützenfest also endgültig keine Männersache mehr?

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Helmut Witte schob auf unserer Facebook-Seite die Diskussion zu unserer Berichterstattung an. In seinem Post fragt er, wann der erste Gleichstellungsbeauftragte in der Stadtverwaltung eingestellt wird und ob „demnächst ein Mann Königin“ werden soll:

Frauen im Männerschützenverein: Emanzipation oder „Schwachsinn“?

© Boedding, Christian

Tim Winking hat dazu eine klare Meinung und spricht die Doppelmoral in der öffentlichen Diskussion an: „Frauen im Verein? Nein danke! Aber ne Königin und ‘n paar Ehrendamen wären nicht schlecht... Zeiten ändern sich. Und da muss man sich anpassen.“

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Nur kurz wird andiskutiert, ob sich Stillgruppen für Männer öffnen sollen – Antwort: sobald Männer stillen können – und dass Frauen auch nichts in der Selbsthilfegruppe für Hodenkrebs verloren hätten. Dann geht es auch schon mit dem Thema Schützenverein weiter.

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Anja Henig-Buchmann macht den Vorschlag, dass man für Frauen doch einen neuen Verein gründen könnte: „Es gibt doch auch Männerchöre und Frauenchöre. Warum nicht auch beim Schützenverein.“

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Dass eine Vereinsgründung nicht vonnöten ist, haben die Oldenburger Schützen am vergangenen Wochenende mit ihrer Satzungsänderung gezeigt. Nur einen Tag später stellte Bundesfinanzminister Olaf Scholz seine Pläne vor, reinen Männervereinen Steuervorteile zu streichen.

„Populistischer Vorschlag“

Deutliche Worte fand daraufhin der Schatzmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften.

Peter-Olaf Hoffmann äußerte in einem Interview mit „domradio.de“: Olaf Scholz wolle Vorsitzender der SPD werden, da brauche er vielleicht den ein oder anderen populistischen Vorschlag.

„Einen an der Fackel“

Ähnlich sieht es auf unserer Facebook-Seite Sylvia Herten. „Der Scholz hat doch tierisch einen an der Fackel“, schreibt sie in ihrem Post. „Es gibt doch auch Frauenvereine, da will doch auch kein Mann rein.“ Ihr Vorschlag: Vizekanzler Scholz solle sich ein Kleid anziehen und bei einem Frauenverein vorstellig werden...

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Zurück zu den Ahauser Schützenvereinen, die in der überwiegenden Mehrzahl keine Frauen aufnehmen. Ein Gebaren, das „Manfred O F Istel“ als „alten Zopf“ sieht, den es abzuschneiden gelte:

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Eine Ansicht, der Facebook-Nutzer Michael Wehning nur wenig abgewinnen kann. „Manche Weiber kapieren es einfach nicht. Unfassbar… aber immer die komplette Emanzipation in Anspruch nehmen wollen.“

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Anita Bültjans plädiert für etwas mehr Gelassenheit in der Diskussion. Warum sollten die Vereine nicht selbst entscheiden, wie und was sie machen?:

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