Fridays for Future: 40 Minuten Demo für mehr Klimaschutz in Ahaus

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90 Teilnehmer ziehen am Freitag für mehr Klimaschutz durch die Ahauser Innenstadt. Unter Coronabedingungen sind die Organisatoren damit zufrieden. Doch viele Jugendliche waren nicht dabei.

Ahaus

, 27.09.2020, 11:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, „Es gibt kein Recht, ein SUV zu fahren“, „Wer nicht hüpft, der ist für Kohle“ schallt es am Freitagnachmittag durch die Innenstadt. Die Ahauser Fridays for Future-Gruppe beteiligt sich mit einer Demonstration an den weltweiten Klima-Protesten.

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Ina Elpers (16), ist eine der beiden Initiatorinnen der Ahauser Fridays for Future-Gruppe. Im April 2019 hatte sie die ersten Ahauser Jugendlichen in sozialen Medien zusammengetrommelt und bei einer ersten Demonstration durch die Innenstadt geführt. Sie macht am Mahner in der Innenstadt den Anfang: „Wir haben keine Zeit. Kein Grad weiter“, ruft sie. Schon kleine Veränderungen im Alltag könnten etwas bewegen: auf Plastiktüten zu verzichten, nicht mit dem Auto zu fahren oder sich fahren zu lassen. Auch zu Konsumverzicht ruft die Schülerin auf.

Demozug durch die Innenstadt

Danach setzt sich die Gruppe in Richtung Rathaus in Bewegung. Die Passanten nehmen es teils amüsiert, teils ein bisschen verärgert zur Kenntnis, einige Nicken, einige bleiben kurz stehen, andere schütteln mit dem Kopf. Wirkliche Reaktionen gibt es in der Innenstadt aber nicht.

Jung und alt gemeinsam: Den Jugendlichen der Fridays-for-Future-Bewegung haben sich am Freitag auch MItglieder von Parteien, Nabu und der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" angeschlossen.

Jung und alt gemeinsam: Den Jugendlichen der Fridays-for-Future-Bewegung haben sich am Freitag auch MItglieder von Parteien, Nabu und der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" angeschlossen. © Stephan Rape

Ina Elpers muss ihre Mitstreiter teilweise bremsen. Sie laufen ihr zu schnell über die Marktstraße. Auf dem Rathausplatz schließlich ist Lotte Elkemann (14) die zweite Rednerin. „Als kleines Kind habe ich mit meinem Vater noch Iglus aus Schnee gebaut“, sagt sie. Heute sei Schnee im Winter ja schon die Ausnahme. Und auch das viel zu warme Wetter im September sei ein klares Signal für den Klimawandel. „Wir müssen diese rasante Veränderung stoppen“, sagt sie.

Die Demo führt weiter über Wall- und Königsstraße. Auch die Autofahrer, die dort am Kreisverkehr kurz warten müssen, nehmen die Verzögerung eher gelassen hin.

Initiativen und Erwachsene schließen sich Klimaprotest an

Nach gut 40 Minuten endet die Demo – wieder am Mahner. In der Spitze seien um die 90 Leute dabei gewesen, schätzen die beiden Polizeibeamten, die den Demozug begleitet haben. Die Mehrzahl der Demonstranten an diesem Freitagnachmittag stellen aber ältere: Vertreter vom Nabu, von Grünen, SPD und UWG und vor allem von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ haben sich dem Demonstrationszug angeschlossen. Deren Sprecher Felix Ruwe nutzt die Gelegenheit, um noch einmal klarzustellen, dass auch Kernenergie keine Lösung für das Klimaproblem sei und die Lagerung von Atommüll in Ahaus enden müsse.

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Lotte Elkemann bedankt sich bei den Teilnehmern. Unter Coronabedingungen und vor allem mit Blick auf die vorherigen Demonstrationen sei das eine sehr gute Beteiliigung gewesen. „Wir waren schon lauter, aber wir können ja wieder üben“, ruft sie den Demonstranten zum Abschluss zu. Die Gruppe will wieder demonstrieren.

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