"Fusion ein Erfolg"

Ahaus "Es geht alles viel besser, als wir befürchtet haben." Ein Jahr nach dem Zusammenschluss der drei Kirchengemeinden St. Mariä-Himmelfahrt, St. Josef Ahaus und St. Josef Graes zieht Pfarrer Jürgen Quante das Fazit: Die Fusion ist gelungen.

19.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Diakon Josef Korthues und der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Georg Dües lassen keinen Zweifel daran, dass sie das genauso sehen. Ihre Erklärung für den Erfolg der schwierigen Mission: "Soviel Fusion wie nötig - soviel Selbstständigkeit wie möglich." Die Bildung dreier Pfarrbezirksräte habe sich bewährt und das Leben rund um die drei Kirchtürme mit eigenem Profil erhalten.

Predigtvielfalt

Völlig reibungslos sei die Bildung der großen 13 000- Seelen-Gemeinde allerdings nicht verlaufen, räumt Quante ein. "Es gibt zwei Pfarrer weniger, die Kommunikationswege sind länger, manches hat sich verändert. Daran muss man sich erst gewöhnen." Auf der anderen Seite aber, so Pfarrer Quante, habe es spürbare positive Effekte gegeben: Die Jugendarbeit in Graes sei ganz neu belebt worden, viele Messbesucher freuten sich über die größere Vielfalt bei den Sonntagspredigten, die fünf Kindergärten der Gemeinde arbeiteten jetzt sehr viel intensiver zusammen, und durch die gemeinsame Kommunion- und Firmvorbereitung böten sich neue Möglichkeiten.

Ausgerechnet die Finanzen aber - neben dem Priestermangel der Hauptgrund für die Gemeindefusion - sind Grund für Sorgenfalten auf Pfarrer Quantes Stirn. Der neue Gesamthaushalt der Gemeinde weist 2007 ein Defizit von 60 000 Euro auf, obwohl bereits im vergangenen Jahr erste Sparmaßnahmen ergriffen wurden.

40 000-Euro-Problem

Hintergrund ist die fünfprozentige Kürzung der Schlüsselzuweisung von Seiten des Bistums. Hinzu kommt, dass die Josefsgemeinde aus historischen Gründen deutlich ärmer war als die Mariengemeinde.

Für den Haushalt 2008 sind bereits Einsparungen in Höhe von 20 000 Euro beschlossen. "Uns bleibt damit ein strukturelles Problem in Höhe von 40 000 Euro", so Quante. Bislang schließt das Bistum diese Lücke. Quante und Korte sehen zwei Gründe, warum dies bis auf weiteres auch so bleiben könnte: Die Einsparung der zwei Pfarrstellen komme dem Bistum zugute und nicht dem Gemeindehaushalt. Darüber hinaus verspricht die Belebung der Konjunktur auch wieder höhere Kir- chensteuereinnahmen. gro

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