Geld ins Klärwerk pumpen

Betriebsausschuss

LEGDEN Den Ausschussmitgliedern stinkt es – und das hat weniger damit zu tun, dass sie gerade auf ein rundes Betonbecken blicken, in dem sich blubbernde braune Flüssigkeit befindet. Die Aussicht, rund 350.000 Euro fürs Klärwerk ausgeben zu müssen – ausgerechnet im Jahr zwei der Wirtschaftskrise – passt ihnen ganz und gar nicht.

von von Sylvia Lüttich-Gür

, 12.03.2010, 18:03 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Die Gemeinde muss handeln“, steht für Alda fest. Entweder baue sie den Faulturm ganz ab und strukturiere den Klärbetrieb entsprechend um oder sie repariere ihn und setze ein Blockheizkraftwerk daneben – damit das Gas künftig elektrische und Heizenergie erzeugen könne und die Kläranlage weitgehend autark mache. Je mehr sie „Fremdschlämme“ etwa aus Schlachthof- und Entsorgungsbetrieben zum kommunalen Abwasser mische, desto größer werde die Chance, jedes Jahr unterm Strich ein kleines Plus zu machen. Allerdings: Gleichzeitig wächst auf die Gefahr einer möglichen Verunreinigung – und damit des Abrutschens in die „Miesen“.

Mehr als drei Stunden beschäftigt sich der Betriebsausschuss mit dem weiteren Vorgehen – und vertagt am Ende doch die Entscheidung. Auch ohne Abstimmung ist klar: Alle drei Fraktionen setzen lieber auf Neubau als auf Abbau. Den Faulturm abzureißen, würde nämlich nicht nur einmalige Kosten verursachen, sondern durch die Umstellung des Klärbetriebs auch jährliche. Nun muss der Rat entscheiden – ob es ihm das stinkt oder nicht. 

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