Geld kassiert - Ware nie verschickt

Online-Betrug

Zwei Mal soll ein 31-jähriger Ahauser sich des Betrugs schuldig gemacht haben, als er über Ebay-Kleinanzeigen unterschiedliche Waren anbot, dafür Käufer fand, das Geld kassierte, aber die Waren nicht versandte. Vor dem Ahauser Amtsgericht wurde das Verfahren allerdings gegen eine Auflage eingestellt.

AHAUS

, 18.07.2017, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Staatsanwältin bezeichnete den Betrug in ihrer Anklageschrift als „vorsätzlich“, da er nicht beabsichtigt habe, die Ware auch tatsächlich an zu verschicken. Er habe sich dadurch einen „Vermögensvorteil“ verschafft. Der Angeklagte zeigte sich im Strafprozess in weiten Teilen geständig. Er gab zu, am 25. Dezember 2015 einen Käufer für acht Lampen gefunden zu haben, die ihm der Käufer für 150 Euro abkaufen wollte.

Wie vereinbart, schickte der Käufer die Summe in Amazon-Gutscheinen. Am 17. Juni 2016 fand der Angeklagte für seine Lautsprecher ebenfalls einen Käufer, der ihm dafür 210 Euro in Amazon-Gutscheinen bezahlte. In beiden Fällen haben die Käufer die Waren nicht erhalten, da der Angeklagte sie gar nicht erst versandt hatte. Und das, obwohl er zunächst per Mail Druck auf die Käufer ausgeübt hatte.

"Persönliche Schwierigkeiten"

Nach dem Zahlungseingang blieb der Ahauser jedoch passiv. Als die Richterin ihn befragte, warum er die Waren nicht verschickt habe, gab der junge Mann persönliche Schwierigkeiten durch die Scheidung von seiner Frau an. Beim Verpacken der Lampen seien ihm außerdem zwei Lampen kaputt gegangen. Die Lautsprecher habe er mittlerweile weggegeben.

Auffällig fand die Richterin, dass er beide Verkäufe mit einem falschen Namen und einer Adresse in Rheinland-Pfalz gekennzeichnet habe. „Ich gebe meine persönlichen Daten nicht so gern öffentlich preis“, begründete er das. „Ich wäre bereit, das Geld an die Käufer zurückzuzahlen“, signalisierte der 31-Jährige aber Wiedergutmachung.

Schadenswiedergutmachung

Da er bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten war, schlug die Richterin die Einstellung des Verfahrens gegen eine Schadenswiedergutmachung vor. Danach muss der Angeklagte die beiden Kaufsummen in Höhe von 360 Euro an die Käufer erstatten und 300 Euro an die Staatskasse innerhalb der nächsten sechs Monate zahlen. „Ansonsten sehen wir uns hier wieder“, ermahnte ihn die Richterin.

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