Geld mit Messer gefordert

Ahaus Wegen räuberischer Erpressung hat das Schöffengericht in Ahaus gestern einen 45-jährigen Mann zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten ohne Bewährung verurteilt.

19.01.2009, 15:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Angeklagte hatte zusammen mit einem bislang unbekannten Komplizen versucht, beim Inhaber eines Fleischereibetriebs 233 000 Euro angeblicher Schulden unter Androhung von Gewalt einzufordern.

Der Beschuldigte habe, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, seine Forderungen mit einem Schlachtermesser in der Hand und durch Schläge an Kopf und Brustkorb des Opfers in dessen Büro Nachdruck verleihen wollen. In seiner Vernehmung gab der Niederländer an, er habe geglaubt, dass die Forderungen zu Recht bestehen würden. Ihm seien zudem 500 Euro als Lohn versprochen worden. Da er kein Auto habe und auch nicht Deutsch spreche, habe er einen Fahrer und Dolmetscher mit nach Ahaus genommen. Die Identität des zweiten Täters wollte er aber zunächst nicht preisgeben. Zwei zufällig am Tatort eintreffende Geschäftspartner des Opfers wurden unfreiwillig Zeugen der Tat und alarmierten telefonisch dessen Sohn. Als dieser am Tatort eintraf und drohte, die Polizei zu rufen, ergriffen die beiden Täter die Flucht. Die beiden Zeugen bestätigten mit ihren anschaulichen Aussagen zum Tatgeschehen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft voll und ganz. Der Angeklagte entschuldigte sich vor Gericht beim Opfer. Die Sache sei ihm irgendwie aus dem Ruder gelaufen, das habe er so nicht gewollt. Inzwischen glaube er auch nicht mehr an die Rechtmäßigkeit der Geldforderung.

Der Staatsanwalt forderte in seinem Plädoyer zwei Jahre Haft auf Bewährung und ein Geldbuße von 2500 Euro. Dem schloss sich die Verteidigung an.

Das Gericht bescheinigte in der Urteilsbegründung dem Angeklagten auch wegen seiner Vorstrafen ein erhebliches Maß an krimineller Energie. Daher sei in diesem Fall eine Haftstrafe ohne Bewährung angemessen. jok

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