Grippewelle in Ahaus noch nicht ausgebrochen / Genug Impfstoff vorhanden

rnErkältungszeit

Hier ein Husten, da ein Naseputzen: Im Herbst verbreiten sich Viren besonders gern und schnell. Damit lauert die Gefahr der Grippe. Wie gut vorbereitet sind Ärzte und Apotheker in Ahaus?

Ahaus

, 04.10.2019, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um einer Grippewelle vorzubeugen, bieten viele Ahauser Hausärzte am 12. Oktober zwischen 9 und 12 Uhr eine außerordentliche Sprechstunde an. „Patienten, die schlecht zu den normalen Praxiszeiten zur Impfung kommen können, haben dann die Möglichkeit, sich in dieser Zeit in ihren Hausarztpraxen impfen zu lassen“, sagt Ansgar Wolf, der Vorsitzende des Ärztevereins Altkreis-Ahaus.

Ältere und chronisch Kranke besonders gefährdet

Für die Sprechstunde am Samstagmorgen sind nur Impfungen vorgesehen und keine weitere Behandlungen. Wolf empfiehlt vor allem älteren, chronisch kranken und immungeschwächten Menschen, sich impfen zu lassen. Natürlich können sich Verbraucher auch während der normalen Sprechzeiten impfen lassen. Interessierte sollten dazu jedoch im Vorfeld ihre Praxis kontaktieren.

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Momentan ist der Andrang in den Praxen noch nicht so groß und die Grippewelle ist noch nicht angelaufen. „Vielleicht liegt das an der Witterung und dass es noch nicht so lange nass und kalt ist. Aber eine allgemeine Entwicklung lässt sich erst während der Saison absehen“, berichtet Dr. Hendrik Niemann, Inhaber der Apotheke am Wall in Ahaus.

Das bestätigt auch Dr. Wolf Christian Rommel, Allgemeinarzt aus Ahaus. „Momentan sind die Wartezimmer noch nicht so voll. Im Vergleich zum vergangenen Jahr hält sich die Anzahl an Erkrankten noch zurück – da waren es zu diesem Zeitpunkt deutlich mehr Betroffene.“ Auch im Klinikum Westmünsterland gibt es ähnliche Tendenzen: „Aktuell können wir noch keinen Anstieg an Grippeerkrankten bei uns in den Notaufnahmen feststellen“, heißt es vom Pressesprecher Tobias Rodig.

Arztpraxen gut vorbereitet

Wichtig: Bei einer Erkrankung gilt es zwischen einer echten Grippe und einem grippalen Infekt zu unterscheiden. Ein grippaler Infekt meint eine Erkältung mit Husten und Schnupfen. „Eine echte Grippe beginnt meist plötzlich mit Frösteln und starkem Krankheitsgefühl. Dazu kann Fieber bis zu 40 Grad kommen; Halsschmerzen, trockener Husten, tränende Augen, Übelkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sind ebenfalls möglich“, erklärt Rodig.

Sollte die Influenza doch plötzlich bei vielen Menschen ausbrechen, ist genug Impfstoff vorhanden. „Die Anlieferung des Impfstoffes hat bisher reibungslos funktioniert. Vor allem weil im vergangenen Jahr eine Vielzahl von Grippeerkrankungen vorlag, haben wir die Arztpraxen dieses Jahr üppiger beliefert als im Vorjahr“, erzählt Niemann. Das bestätigt auch Rommel: „Wir haben sogar einen zweiten Kühlschrank für die Lagerung der Impfstoffe besorgt."

Seine Praxis hat sich zudem mit speziellen Mitteln auf die Grippesaison vorbereitet. Es wurden mehr Räume angemietet und ein spezielles Desinfektionsmittel ist für diese Phase des Jahres eingeführt worden. „Auch geben wir unseren Patienten auch nicht mehr die Hand zur Begrüßung, um so eine Übertragung der Viren zu vermeiden“, sagt Rommel.

Hautreizungen und Magenbeschwerden als Nebenwirkungen

Beim Impfstoff, der den Patienten verabreicht wird, handelt sich um ein sogenanntes tetravalentes Präparat. Dieses hilft gegen vier Stämme von Krankheitserregern und steht seit vergangenem Jahr auch allen Kassenpatienten zu. „Der Impfstoff wird jedes Jahr neu zusammengemischt, damit man sich auf aktuelle Krankheitsbilder einstellen kann“, erklärt Niemann.

Wer die Impfung erfolgreich hinter sich gebracht hat, bei dem können unter Umständen Nebenwirkungen auftreten. Gerade Hautreizungen und Erkältungssymptome kommen öfter vor. „Auch Magenbeschwerden nehmen als Folge einer Impfung immer mehr zu. Grundsätzlich empfehlen wir den Patienten, am Tag der Impfung ihre Aktivitäten zu reduzieren, damit sich der Körper von der Impfung erholen kann“, rät Apotheker Niemann.

25.100 Tote in der Saison 2017/2018: Die Grippe-Bilanz des Robert-Koch-Instituts, die vor kurzem veröffentlicht wurde, zeigte verheerende Ergebnisse und die höchste Zahl an Todesfällen der vergangenen 30 Jahre. Mit Beginn der kalten Jahreszeit naht die Influenza – gerade wenn die Bakterien in jeder Ecke lauern und damit die Ansteckungsgefahr steigt.

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