Gronauer Uranfabrik Urenco überarbeitet Notfallpläne

Nach Unfall

GRONAU Nach dem Unfall in der vergangenen Woche in Deutschlands einziger Uranfabrik in Gronau überarbeitet die Betreiberfirma Urenco ihre Notfallpläne. Hintergrund ist Kritik an den Abläufen nach dem Unfall, bei dem ein Arbeiter radioaktiver Strahlung ausgesetzt war.

von dpa

, 28.01.2010, 09:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Firma Urenco betreibt die Uran-Anreicherungsanlage in Gronau. Dort kam es zu dem Störfall.

Die Firma Urenco betreibt die Uran-Anreicherungsanlage in Gronau. Dort kam es zu dem Störfall.

Das St. Antonius-Hospital in Gronau, wo der Mann zuerst eingeliefert worden war, hatte Urenco Versäumnisse vorgeworfen. „Das Krankenhaus wurde wenige Minuten vor dem Eintreffen (...) informiert, dass ein urankontaminierter Patient nach einem Unfall eintreffen werde“, heißt es in einer Mitteilung der Klinik. Krankenhaus hatte zu wenig Zeit Dann aber sei der Mann über den normalen Eingang in die Ambulanz gebracht worden, „mit dem Hinweis an die Mitarbeiter der Aufnahme, es sei nichts Schlimmes passiert“. Das Krankenhaus habe nicht genug Zeit gehabt, um gemäß dem eigenen Maßnahmenkatalog auf den kontaminierten Mann zu reagieren.

Laut Urenco-Chef Ohnemus gibt es „eventuell Verbesserungsbedarf“. „Wir gucken bei uns nach Schwachstellen“, sagte er. Es stehe aber nicht fest, dass es Fehler gegeben habe. Unabhängig davon, was die Untersuchungen zur Unfallursache und zu den Abläufen danach ergeben, plane die Firma ein Treffen mit allen Beteiligten. Dazu gehöre die firmeneigene Werksfeuerwehr und der Strahlenschutz sowie die Rettungskräfte und die beteiligten Krankenhäuser, hieß es.

Strahlengrenzwert deutlich überschritten Beim Störfall in der Urananreicherungsanlage Gronau am vergangenen Donnerstag ist der Strahlen-Grenzwert in Gronau mit zum Teil 170 Becquerel pro Quadratzentimeter deutlich überschritten worden. Die Ursache für den Atom-Unfall liegt nach bisherigen Erkenntnissen der nordrhein-westfälischen Landesregierung in Schweden. Dort soll ein Behälter trotz eines Rest-Inhalts von 1,6 Kilogramm Uran fälschlich als sauber und leer deklariert und nach Deutschland geschickt worden sein. Als der Arbeiter in Gronau dann den 650 Kilogramm schweren Behälter für einen Drucktest öffnete, war er einer Nebelwolke aus radioaktiven Uran-Verbindungen ausgesetzt.

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