Handy und Pizza mit Falschgeld bezahlt

Urteil

Mehrmals brachten zwei Ahauser im vergangenen Jahr Falschgeld in Umlauf. Mal wurde mit gefälschten 50-Euro-Scheinen ein Handy gekauft, mal Pizza bezahlt. Die beiden Männer mussten sich am Dienstag vor dem Schöffengericht dafür verantworten. Das Urteil fiel deutlich aus.

AHAUS

, 11.04.2017, 18:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das erste Mal brachten der 23-jährige Praktikant und der 29-jährige Maschinenführer am 3. Oktober 2016 eine Blüte unters Volk. Mit einem falschen Fünfziger kaufte der Jüngere für 20 Euro ein Handy in einem Internetcafé an der Bahnhofstraße. Am Abend wollte er im Café mit einem ebenfalls gefälschten 50-Euro-Schein zwei Schachteln Zigaretten kaufen. Das Falschgeld fiel aber einem Mitarbeiter auf.

Der 29-Jährige bezahlte am 14. Oktober in einem Friseurgeschäft in Ahaus mit Falschgeld. Abends bestellten beide Pizza und legten erneut Falschgeld vor.

Geständnis abgelegt

Gleich zu Beginn der Verhandlung legte der 23-Jährige ein Geständnis ab. Der 29-Jährige habe ihm 100 Euro in zwei Fünfzigern gegeben. "Dass das Falschgeld war, wusste ich nicht." Allerdings musste er sich vom Richter vorhalten lassen, dass er spätestens nach dem fehlgeschlagenen Zigarettenkauf davon hätte ausgehen müssen. Der Richter zum 23-Jährigen: "Was haben Sie Ihrem Freund gesagt, als Sie wussten, dass es Falschgeld ist?" Die Antwort: "Wir haben uns gestritten und wieder vertragen."

Sein Mandant habe das Falschgeld (vier 50-Euro-Scheine) im offenen Vollzug von einem Mithäftling bekommen, erklärte der Verteidiger des 29-Jährigen. "Er wusste nicht, dass es sich um Falschgeld handelt." Der Angeklagte: "Ich wurde über den Tisch gezogen." Bei dem besagten Falschgeld handelt es sich um im Offsetdruck hergestellte Scheine der "italienischen Serie", die seit September 2015 in Verkehr gebracht werden. Der 29-Jährige verstrickte sich zunächst in Widersprüche, wann ihm klar war, dass er Blüten im Portemonnaie hatte. Dann die Antwort: "Nach ein paar Tagen in meiner Tasche fühlte sich das Papier anders an. Ich wollte es loswerden."

Mehrfach vorbestraft

Beide Bewährungshelfer bescheinigten den mehrfach vorbestraften Angeklagten negative Prognosen. So erfülle der 29-Jährige Sozialstunden nicht, leide an Spielsucht und habe zuletzt vor zehn Tagen Kokain genommen.

"Das Maß ist voll", sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. "Geldstrafe und Bewährung fruchten nicht." Beide Verteidiger baten in ihren Plädoyers, ihre Mandanten zu einer Bewährungsstrafe zu verurteilen.

Keine Strafaussetzung

Der Richter folgte weitgehend der Staatsanwältin: drei Monate Freiheitsstrafe für den 23-jährigen Ahauser, sechs Monate für den 29-Jährigen, jeweils ohne Bewährung. "Sie hätten das Falschgeld auch sofort an die Polizei übergeben können. Stattdessen haben Sie versucht, es an Gutgläubige weiterzureichen."

Eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung komme nicht mehr in Betracht. "Jeder hat an die zehn Vorstrafen im Register. Es bedarf jetzt der Einwirkung des Strafvollzuges."

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