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Harte Haltung von Minister Karl-Josef Laumann gegenüber dem Beruf der Hauswirtschafterin

Minister in Ahaus

Der Fachberuf Hauswirtschafterin verliert Nachwuchs. Lösungsansätze besprach Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann in Ahaus mit Arbeitgebern und Auszubildenden.

von Andreas Bäumer

Ahaus

, 17.05.2019 / Lesedauer: 3 min
Harte Haltung von Minister Karl-Josef Laumann gegenüber dem Beruf der Hauswirtschafterin

Besuch des Arbeits- und Sozialministers NRW (v.l.): Birgit Weßeling (Pflegedienst Meinert), Birgit Oing (BHD&MR Ahaus), Ingrid Seggewiss (Berufskolleg Lise Meitner), Mareen Wenker (Pflegedienst Meinert), Heike Wermer (MdL, CDU), Minister Karl-Josef Laumann (CDU), Markus Bitter und Ulrich Hessel (beide BHD&MR Ahaus). © Andreas Bäumer

Diverse Dips und Cracker, Wasser samt Zitrone und Minze, Blumengestecke und ein schwarzes Band, auf dem in Kreide Gesprächspunkte geschrieben stehen – auch Nordrhein-Westfalens Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) sieht so etwas nicht alle Tage.

Drei Oberstufenschülerinnen im Bereich Hauswirtschaft des Berufskollegs Lise Meitner hatten am Donnerstag im Haus der Landwirtschaft für eine Diskussion mit dem Minister gedeckt. Natürlich blieben sie und nahmen ehrliche, aber harte Haltungen des Ministers zu ihrem Beruf mit.

Hat der Beruf Zukunft?

Um eine Zukunft für den Fachberuf mit Laumann zu besprechen und eventuell auch für diesen Bereich eine Ausbildungsoffensive zu starten, hatten ihn Auszubildende und Arbeitgeber für Hauswirtschafterinnen nach Ahaus eingeladen. Einen großen Teil der Diskussion um Nachwuchsmangel, Bezahlung und Quellen der Entlohnung bestritten Ingrid Seggewiss, Abteilungsleiterin im Berufskolleg, Markus Bitter, Geschäftsführer des Betriebshilfsdiensts und Maschinenrings Ahaus (BHD/MR) und die Leiterinnen des Pflegedienstes Meinert, Birgit Weßeling und Mareen Wenker.

Karl-Josef Laumann hörte zu, antwortete ehrlich und sachkundig – teils aber auch fatalistisch. Als er hörte, dass das Brutto-Einstiegsgehalt für Hauswirtschafterinnen teils 2100 Euro beträgt, sagte er: „Dann stirbt der Beruf aus. Davon kann man schwer leben.“

Zahl der Auszubildenden

Die Anzahl der Auszubildenden in Ahaus scheint ihm Recht zu geben. Seggewiss berichtet: „Als ich vor 30 Jahren begann, war der Bereich vierzügig und wir hatten jedes Jahr 80 bis 100 neue Auszubildende. Nun sind in der Oberstufe nur noch 10 Schülerinnen.“ Doch die sind motiviert. Johanna Wissing ist sehr froh über ihr Ausbildungsgehalt in der Großküche eines Krankenhauses, trotz stressiger Arbeit. Annika Tesing will sich nach dem Abschluss zur Betriebsleiterin weiterbilden. Anna-Lena Ruth berichtet, dass sie auf ihrem Ausbildungs-Betrieb neben den Haushaltsaufgaben auch Käse produziert, dessen Preise kalkuliert und Traktor bei der Ernte fährt. „Der Beruf ist vielfältig. Er soll nicht verlorengehen. Sonst sagen die Leute: Da fehlt was“, sagt sie.

Fähigkeiten sind gefragt

Noch sind die Fähigkeiten gefragt. Immer wieder rufen potenzielle Arbeitgeber Ingrid Seggewiss an, um ihre Schülerinnen noch vor deren Abschluss anzuwerben. Der Familienservice des BHD/MR zum Beispiel beschäftigt in Ahaus 45 Haushaltskräfte, ausgebildete Hauswirtschafterinnen, aber auch weitergebildete Seiteneinsteigerinnen. Falls eine Landfrau erkrankt oder stirbt, können diese Kräfte schnell einsteigen. Sie übernehmen den Haushalt sowie die Kinder- und Altenbetreuung. Einen Service, den die Landwirte über einen Verein erhalten.

Arbeitgeber

Arbeitgeber können auch Altenheime sein. Auch andere Senioren-WGs könnten sich gemeinsam für eine Hauswirtschafterin entscheiden, so stellt es sich Seggewiss vor. Sie, Markus Bitter und weitere Arbeitgeber wollen den Minister vor der Sommerpause noch einmal einladen, um weiter zu diskutieren.

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