Hausärzte an drei Tagen in der Woche

Praxis in Wessum

120 Wessumer atmeten am Donnerstagabend in der Altentagesstätte erleichtert auf: Die hausärztliche Versorgung im Ort ist gesichert. Das erklärten Dr. Wolf Rommel und Dr. Akin Yilmaz-Neuhaus bei einer Infoveranstaltung. Gemeinsam mit Apotheker Roland Saimeh und Ortsvorsteher Heinrich Lefert hatten die Ärzte dazu eingeladen. Denn vieles war zuvor erzählt worden im Dorf. Die Gerüchteküche brodelte.

Wessum

, 02.06.2017, 18:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wolf Rommel listete auf: "Manche erzählten, die Praxis bleibe für immer geschlossen. Andere sagten, wir hätten verkauft und würden künftig eine laue Nummer schieben. Auch von einem Neubau in Wessum war die Rede. Aber was uns wirklich tief getroffen hat, war die Äußerung, wir wollten doch nur Geld machen und nicht mehr an die Armen, Alten und Gehbehinderten denken." Nichts davon stimme.

Freie Sprechstunde

Voraussichtlich ab Juli werde die Praxis in Wessum halbtags an drei Tagen pro Woche jeweils von 8.30 bis 12.30 Uhr öffnen, erklärte Rommel. "Es gibt eine freie Sprechstunde. Sie kommen und lassen sich der Reihe nach behandeln." Die Praxisräume an der Hamalandstraße haben die Ärzte zum 30. September gekündigt. "Sie sind nicht mehr zeitgemäß. Wir können im Altenheim St. Friedrich Räume bekommen. Aber ganz sicher ist das erst, wenn wir den Mietvertrag von der Caritas haben und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) zugestimmt hat." Laut Rommel ist der Umzug an die Eichenallee bei der KVWL antrags- und genehmigungspflichtig.

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Die Hauptstelle der Gemeinschaftspraxis Rommel/Yilmaz-Neuhaus befindet sich seit Kurzem im alten Kreishaus in Ahaus. Die Praxis in Wessum wird künftig als Zweigstelle geführt. Wolf Rommel: "Für Ältere, die nicht mehr so gut unterwegs sind." Jüngere sollten sich doch bitte ins Auto setzen und die Praxis in Ahaus aufsuchen. Hausbesuche seien weiterhin möglich. Einziger Wermutstropfen: "Sie müssen damit rechnen, dass die Zweigstelle auch mal in der Ferienzeit für zwei oder drei Wochen schließt."

Probleme wegen der Telekom

Bis zu den Ferien dauert es noch, die Praxis in Wessum ist derzeit aber geschlossen. Rommel: "Sie fragen sich bestimmt, warum das so ist. Das hat organisatorische Gründe." Zunächst habe es von der KVWL geheißen, die Zweigstelle gebe es nicht. "Da haben wir unsere Bemühungen eingestellt, neues Personal dafür zu finden." Dann war die Filiale doch möglich "und wir haben mit Verzögerung neue medizinische Fachangestellte eingestellt".

Das größte Problem sei die Telekom. Rommel: "Die Telekom wollte uns Mitte Mai schnelles Internet freischalten. Wir brauchen schnelle Datenleitungen, damit wir den Computer in Wessum mit dem Rechner in Ahaus vernetzen können. Die Telekom hat es bislang nur geschafft, uns für einen Tag die ganze Telefonanlage lahmzulegen." Das quittierten die Wessumer im Saal mit Kopfschütten. Applaus gab es hingegen für Apotheker Roland Saimeh und dessen Äußerung, dass sich an den Öffnungszeiten der Apotheke nichts ändert.

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