Deutlicher Mehraufwand für Hausärzte durch kostenlose Corona-Tests

rnKostenlose Corona-Tests

Seit Anfang August können sich Schul- und Kita-Mitarbeiter kostenlos alle 14 Tage auf das Coronavirus testen lassen. Die Ahauser Hausärzte müssen mehr arbeiten und entwickeln kreative Ideen.

Ahaus

, 15.08.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 3. August können sich Mitarbeiter von Schulen und Kindergärten alle 14 Tage auf freiwilliger Basis kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Die eine Gruppe ist in den geraden Wochen an der Reihe, die andere in den ungeraden. Auch die Hausärzte in Ahaus haben erste Erfahrungen mit dem Thema gemacht.

„Diese Tests stellen die Hausarztpraxen schon vor eine gewisse Herausforderung“, meint Ansgar Wolf, Hausarzt in Wüllen. Schließlich müsse man auch im Regelbetrieb schon darauf achten, wegen Corona möglichst wenige Patienten in die Praxis zu lassen. Deswegen werden die zusätzlichen Coronatests in Wüllen in der regulären Mittagspause durchgeführt.

Wüllener Praxis testet in Schulen und Kitas

Für drei Schulen und vier Kitas führt die Wüllener Gemeinschaftspraxis Tests direkt in der jeweiligen Einrichtung durch. „60 bis 80 Tests pro Woche kommen so zusammen“, nennt Ansgar Wolf Zahlen. „Ich hoffe natürlich, dass alle Tests negativ bleiben“, erklärt er abschließend.

„Es ist natürlich mehr Arbeit, aber mit guter Organisation funktioniert das“, stellt Dr. Auke van der Werff von der Praxis „Die Hautärzte“ am Wall fest. Etwa zehn bis zwölf Lehrer oder Kita-Mitarbeiter würden sich derzeit täglich in der Praxis testen lassen.

Teilweise Verzögerung bei Testergebnissen

Problematisch sei eine verzögerte Ermittlung der Ergebnisse, die durch die begrenzten Kapazitäten im Labor entsteht. Bis zu drei Tage dauere es aktuell teilweise, bis die Ergebnisse da sind. „Es muss anders organisiert werden, Patienten mit akuten Symptomen müssen einfach schneller getestet werden als Präventivfälle“, sagt Auke van der Werff.

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„Im Herbst werden insgesamt mehr Leute mit Symptomen getestet werden“, erwartet der Allgemeinmediziner. „Ich hoffe, dass wir uns darauf einstellen“, blickt Auke van der Werff voraus. Dazu müssten die Testkapazitäten insgesamt erhöht werden.

Werden Praxen alleingelassen?

Einen erheblichen Mehraufwand stellt Dr. Barbara Tielkes in Ottenstein fest. „Das nervt uns natürlich maximal, die Mitarbeiter werden mit dem Thema völlig alleingelassen“, kritisiert Barbara Tielkes. Nach der Rückkehr aus dem Praxisurlaub Anfang der Woche habe es jeden Tag neue Vorgaben gegeben, auf die sich die Ärzte vor Ort einstellen müssen.

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„Die Gesundheitsämter machen sich viele Gedanken, aber die Leute in der Praxis werden nicht gefragt“, ärgert sie sich über die Arbeit, die im Hintergrund anfällt. Die Praxis sei durch die zusätzlichen Tests „etwas überrannt“ worden. „Richtig arbeiten kann man so nicht“, beklagt Barbara Tielkes.

Tests durch das Praxisfenster

Die Vorbereitung von Seiten der Schulen und Kindergärten sei dagegen sehr gut. Corona-Tests werden in Ottenstein durch das Fenster der Praxis gemacht, um diese Besucher von den Patienten mit Krankheiten zu trennen.

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„Bei Lehrern und Erziehern wurde das Vorgehen ja einigermaßen frühzeitig angekündigt. Deshalb passt das ganz gut“, berichtet Dr. Thomas Korbmacher von der Hausarztpraxis in Alstätte.

Auch das Aufkommen stellt sich in Alstätte relativ übersichtlich dar. „Maximal fünf bis zehn kommen pro Tag deswegen rein“, beobachtet der Arzt. Thomas Korbmacher betont aber auch: „Das Ergebnis ist eine Woche später schon ein ganz anderes, die Sicherheit ist somit nicht hundertprozentig gegeben.“ Bei Symptomen solle man sich daher auf jeden Fall außerhalb der Reihe testen lassen. Vorerst soll bis zum 9. Oktober kostenlos getestet werden. „Jetzt machen wir das mal ein paar Wochen und dann ist es hoffentlich auch gut“, sagt Thomas Korbmacher.

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