Heiliger Mann geht nun auch online

Virtuelle Nikolausbestellung

Ein Besprechungszimmer in Ahaus. An der Wand hängt ein großer Monitor. Etwas scheu sitzt der Mann mit dem dichten Bart und dem schweren roten Mantel auf einem Stuhl an der Tischecke. Den langen Stab hat er in einer Ecke abgestellt. Seine Finger in den weißen Handschuhen suchen noch nach den passenden Tasten auf der Computertastatur. Auch der Umgang mit der Maus ist ihm noch fremd. Aber: Der Nikolaus ist im Internet.

AHAUS

, 29.10.2015, 16:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heiliger Mann geht nun auch online

Ab sofort haut der Nikolaus auch in die Tasten: In Ahaus geht in diesen Tagen der Onlineauftritt des heiligen Mannes an den Start. Dort gibt es nicht nur Neuigkeiten rund um die Nikolausbesuche, sondern auch die Bestellfunktion für die Besuche.

"Der Nikolaus hat jetzt praktisch seinen eigenen Onlineshop", sagt Mark Sander, von der Marketingabteilung der Softwarefirma Tobit. Über diesen virtuellen Laden können Termine für einen Besuch zuhause am Nikolaustag vereinbart werden. Genau so, wie es bisher bei den Helfern des Nikolauses in Ahaus möglich war und weiter ist.

Der alte Mann in seiner roten Robe nickt anerkennend. "Das sieht richtig gut aus", brummt er in seinen Bart, als er den Mauszeiger über ein paar Bilder bewegt. Da und dort sollen noch ein paar Fotos ergänzt werden und auf einer anderen Seite sollen noch ein paar Nachrichten über den Nikolaus und seine Reise veröffentlicht werden.

Nichts überstürzen

Theoretisch könnte der Nikolaus so auch das große Buch mit den guten und nicht ganz so guten Taten der Kinder führen. Doch das wäre vielleicht etwas zu viel Fortschritt auf einmal: "Ich möchte ja mit der Zeit gehen, aber auch nichts überstürzen", sagt der heilige Mann, während er weiter fasziniert auf die Seiten klickt.

Ob das überhaupt alles funktioniert, wird er zunächst einmal nur im Stadtgebiet von Ahaus testen. In den Ortsteilen setzt er vorerst weiterhin auf seine vielen Helfer. Gerd Thesing und Martin Helfenstein unterstützen den Nikolaus bei seinen Rundgängen durch Ahaus. Schon seit 90 Jahren helfen verschiedene Ahauser dem heiligen Mann dabei. "Es war Zeit, dass der Nikolaus einen Gang hochschaltet und auch ins Internet geht", sagt Helfenstein. Die neuen Angebote sollen dabei allerdings nicht die alten verdrängen. "Der Onlinezugang ist nur eine Ergänzung", sagt Helfenstein. Etwa für Eltern, die nicht zuhause sind, wenn die Helfer vor der Tür stehen. "Wir wollen so besonders junge Eltern ansprechen", sagt Helfenstein.

Konzentration aufs Wesentliche

Und Sander ergänzt: "Der Nikolaus kann sich so wieder darauf konzentrieren, Nikolaus zu sein." Die Verwaltung und Organisation ja sogar die Buchhaltung dahinter könne auch der Computer erledigen.

Für die beiden passionierten Nikolaus-Helfer eine gute Unterstützung. Denn eines müssen beide zugeben: Ehrenamtliche Helfer zu finden, ist über die Jahre immer schwieriger geworden. Wer dennoch Lust darauf hat, kann sich über die Internetseite direkt an den Nikolaus wenden.

Anmeldung für Besuch

Für eine Geschenktüte berechnen die Helfer des Nikolauses fünf Euro. Der Verein ist auf Spenden angewiesen, da die Tüten eigentlich teurer sind. Auch online ist die Spende möglich.

Anmeldungen für einen Besuch des Nikolauses sind wie gewohnt bei den Helfern in den Bezirken an der Haustür möglich. Alternativ dazu gibt es jetzt auch im Internet die Gelegenheit.  www.nikolaus-ahaus.de

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