Heimatgefühl und Zusammenhalt stärken

Karola Voß

Sie schüttelte Hände, führte Gespräche und suchte den persönlichen Kontakt zu den Ahausern. Die parteilose Bürgermeisterkandidatin Karola Voß hat sich am Samstag bei einem Sommerfest auf dem Ferienhof Eilers in Barle vorgestellt und sich den Fragen der Besucher gestellt.

AHAUS

, 01.09.2015, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Leger gekleidet mit einem schwarz-weiß geblümten Kleid stand Voß auf der Bühne. Knapp 100 Menschen saßen auf Bierzeltgarnituren unter zwei großen Kastanienbäumen und aßen Kuchen, während sie den Worten der Bürgermeisterkandidatin lauschten. Den Ort in Barle hat Voß ganz bewusst gewählt: "Ich selber lebe in Quantwick und wollte deswegen was in einer Bauerschaft machen und die Ahauser aus der Stadt rauslocken."

Eines ihrer Ziele ist, das Heimatgefühl und den Zusammenhalt in der Stadt zu stärken. Sie selber fühle sich als Ahauserin, obwohl sie in Heek-Ahle aufgewachsen ist. Seit 30 Jahren allerdings lebt sie in Quantwick. "Eine Kandidatur für eine andere Stadt könnte ich mir nicht vorstellen", sagte sie. Sie habe gemerkt, dass es eine Konkurrenz zwischen den Ortsteilen und den Bauerschaften gibt. "Dabei sind wir doch alle Ahauser", appellierte sie. Sie wolle Ahaus menschlicher und wärmer machen.

Junge Menschen fragen

Voß holte sechs junge Leute auf die Bühne und beantwortete ihre Fragen. Die Jugendlichen interessierte zum Beispiel, was sich für sie ändern würde, wenn Voß Bürgermeisterin wäre. Sie wolle offener auf junge Menschen zugehen, antwortete sie. "Zum Beispiel wären Besuche im Politikunterricht möglich." Ein 17-jähriger Student fragte, wie sie zur Flüchtlingsdebatte stehe. Voß sprach sich für eine dezentrale Unterbringung aus. "Sie sollten nicht in großen Gruppen irgendwo wohnen, sondern in Wohnungen. Wir müssen auf sie zugehen und sie einzeln mitnehmen."

Seit 2012 arbeitet Voß als Leiterin der Rechnungsprüfung der Stadt Borken. Davor war sie 30 Jahre lang bei der Kreisverwaltung Borken unter anderem in den Bereichen Jugend und Familie, Schule, Kultur und Sport, Soziales und Finanzen tätig. In der Verwaltung in Ahaus war sie noch nie tätig. Auch die Abläufe in der Stadt kenne sie nicht so gut, gab sie zu.

Große Verantwortung

"Aber ich sehe das als Vorteil. So kommt noch mal ein Blick von außen und ich erkenne vielleicht Probleme, die vorher nicht gesehen wurden." Anfang des Jahres hat sich die Ahauserin zum ersten Mal mit der Idee einer Kandidatur auseinandergesetzt. Lange habe sie darüber nachgedacht, was das für sie bedeuten würde. "Es ist eine große Verantwortung und so eine Entscheidung sollte man nicht leichtfertig treffen. Aber ich fühle mich bereit dazu", sagte sie.

Gäste auf der Bühne waren Unternehmer Andreas Kaiser, der Fragen zu wirtschaftlichen Themen stellte, und Christian Termathe vom Schützenverein Alstätte-Brook. Voß betonte, dass sie der Meinung sei, dass die Verwaltung für die Bürger da sein sollte. Allerdings müsse auch der Haushalt berücksichtigt werden.

Spätere Generationen

"Man sollte bei Entscheidungen darauf achten, dass die späteren Generationen nicht belastet werden, sondern dass wir die Dinge jetzt bezahlen können", sagte sie. Für diese Aussage bekam sie starken Applaus.

Konkrete Versprechen machte Voß jedoch nicht. "Ich bleibe realistisch. Man wird als Bürgermeister nicht allen Einladungen folgen und alle Wünsche erfüllen können", sagte sie. Am Samstag aber hörte sie sich die Anliegen der anwesenden Ahauser an und unterhielt sich lange und ausgiebig mit ihnen. "Ein offenes Ohr sollten Politiker zumindest immer haben."

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