Hocker statt Kirchenbank

Wessum Am Samstag war sie Konzertsaal und Kulturcafé, ab heute Baustelle: Die Kirche St. Martinus Wessum schlüpft zurzeit in verschiedene Rollen - und das nur, um ihrer eigentlichen Bestimmung noch besser gerecht zu werden: Ort der Begegnung mit Gott zu sein.

09.07.2007, 18:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Liebeslieder und Musicalmelodien vom Samstag sind verklungen. Die Klapphocker und Schemel, auf denen die Besucher des Benefizkonzerts in der leer geräumten Kirche Platz genommen hatten, eingesammelt, die Kerzen gelöscht und die Kaffeemaschinen abgebaut: Ab heute haben die Handwerker freie Bahn in dem gotischen Gotteshaus.

37 Jahre nach der letzten Innenraumsanierung ist es nach Ansicht der Pfarrgemeinde wieder Zeit für neue gestalterische Akzente - und für neue Farbe. Die Arbeiten, die rund ein Vierteljahr dauern werden, kosten zusammen rund 275 000 Euro, wie Klemens Vennekötter von der Zentralrendantur mitteilt.

Neuer Eingang

Der Kirchenraum wird bald nicht nur in frischem Weiß erstrahlen, sondern auch anders aufgeteilt, wie der Sprecher der kirchlichen Finanzverwaltung ergänzt: Der Taufstein rutsche etwa nach hinten unter die Orgelempore. Ein zusätzlicher Eingang am Turm ermögliche, dass Gläubige und Touristen auch außerhalb der Gottesdienstzeiten einen Blick in das historische Gebäude werfen können - durch ein Türgitter hindurch, das die Turmkapelle vom übrigen Kirschenschiff abtrennt. Und außerdem erhalte die Kirche wieder den 1970 abgeschafften Mittelgang.

Ein Drittel der Kosten für die Innenraumerneuerung, die mit einer Woche der Glaubenserneuerung im Herbst enden wird, übernimmt das Bistum, ein weiteres Drittel die Gemeinde, und das letzte Drittel muss durch Spenden finanziert werden. Die einzelnen Gruppen der Gemeinde zeigen sich kreativ, Anlässe zu finden, das noch fehlende Geld zu sammeln.

Spenden sammeln

Jüngstes Beispiel: die Aktion «Bänke raus, Musik rein» am Samstagabend: Die Kegelclubs Todanns und Nixwert, der Kirchenchor und die marteenies gaben ein Benefizkonzert zum Mitsingen - und die einmalige Möglichkeit, in der leeren Kirche Kaffee und Tee zu trinken, serviert von Mitgliedern des Pfarrgemeinderats. sy

Alle Gottesdienste finden während der Bauarbeiten im Wessumer Heimathaus statt.

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