Holzschnitte und Skulpturen in der Galerie Laing

Pankok-Ausstellung

WESSUM Vom Hühnerstall zur Galerie hat sich ein Nebengebäude am Elternhaus Christian Laings gemausert. Mit der Vernissage zur Ausstellung von 27 Holzschnitten und sechs Bronzeskulpturen des Künstlers Otto Pankok (1893-1966) aus den 40er und 50er Jahren eröffneten die Kunstliebhaber Christian und Susanne Laing ihre lichtdurchflutete, holzvertäfelte Galerie.

06.05.2009, 20:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Leihgaben stammen aus Haus Esselt bei Drevenack am Niederrhein, dem letzten Wohnort Pankoks und heutigen Otto-Pankok-Museum, gegründet von Eva Pankok. Sie ist die Tochter des Künstlers und selbst Malerin. Zur Krönung der Vernissage war die mittlerweile 84-Jährige mitgereist, herzlich begrüßt von Christian Laing und zahlreichen Gästen. Eva Pankok gewährte durch ihre Erzählungen authentische Einblicke in das bewegte und bewegende Leben ihres Vaters. "Er hatte Glück mit seinen Eltern", begann die Tochter. Ihr Großvater war Arzt, während die Großmutter selbst malte. Ihre Großmutter habe ihrem Vater in Dötlingen/Oldenburg eine kleine Kate gekauft, in der er bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges unbeschwert die Dorfbewohner malen und zeichnen konnte.

Freundschaft mit Sinti

Nach 1918 ließ er sich in Düsseldorf nieder, verkehrte bei der Künstlermutter Johanna Ey und lernte ihre Mutter, die Journalistin Hulda Droste, kennen. In der "wilden Siedlung" im Düsseldorfer Heinefeld freundete er sich mit Sinti-Familien an, die fortan geliebte Modelle waren. "Bis heute ist mein Vater ihr Mulari, ihr Maler geblieben", berichtete Eva Pankok strahlend. Es gab viele schlimme Situationen im Zweiten Weltkrieg für die kleine Familie, die sich nach Gildehaus, später nach Bokeloh bei Meppen und danach nach Pesch in der Eifel zurückzog. Ein amerikanischer Soldat erkannte ihn bei der Befreiung und fragte ihn: "Was machen Sie hier in der Einsamkeit?" Für ihren Vater war dies das Zeichen der Erlösung und der Neubeginn.

Gegen jegliche Gewalt

Vieles von dem, was Eva Pankok aus dem Leben ihres Vaters erzählte, findet sich in den Kunstwerken wieder. Seine Ablehnung des Krieges und jeglicher Gewalt äußert sich in der Christusfigur, die Gewehre zerbricht. Der Sinti-Junge Romanus wurde von ihm verewigt. Er überlebte das KZ nur, weil ihn die Frauen unter ihren Röcken versteckten. Der bronzene jüdische Geiger ist Zeugnis für die Freundschaften mit jüdischen Künstlern, die Pankok genauso pflegte wie die lebenslange Freundschaft zu den Sinti im Heinefeld. emk

Bis 31. Mai, Fr-So 15-18 Uhr, Friedrichstraße 6

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