„Horrorkreuzungen“ auf der B 70 werden entschärft

rnUmbau der B 70 in Alstätte

Zwei Unfallschwerpunkte auf der B 70 in Alstätte werden entschärft. Aus zwei gefährlichen Kreuzungen macht Straßen-NRW zwei Kreisverkehre. Die Arbeiten sollen Anfang 2020 starten.

Ahaus

, 11.10.2019, 17:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es dürfte eine Nachricht sein, die viele Alstätter und Autofahrer aufatmen lässt: „Wir fangen an“, erklärte Projektleiter Stefan Elsinghorst von Straßen-NRW, dem Landesbetrieb Straßenbau, am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Gemeint ist der Umbau von zwei Kreuzungen zu zwei jeweils rund 40 Meter großen Kreisverkehren an der B 70 in Alstätte. Die Kreuzung B70/Enscheder Straße und die Kreuzung Haaksbergener Straße/Buurser Straße sind seit Jahren zwei Unfallschwerpunkte.

Immer wieder kommt es dort zu schweren Verkehrsunfällen, auch mit tödlichem Ausgang. Neue Schilder und Markierungen brachten nicht den gewünschten Erfolg, die Querung der B 70 treibt Autofahrern zu Stoßzeiten die Schweißperlen auf die Stirn.

Erste Pläne 2011 vorgestellt

Das Straßenbauprojekt an der B 70 in Alstätte ist schon einige Jahre alt. Erste Pläne waren bereits im Jahr 2011 vorgestellt worden.

Neben dem Bau der Kreisverkehre geht es um den Bau eines kombinierten Geh- und Radweges auf einer Länge von etwa 1700 Metern, der Ausbau und die Deckensanierung der B70 umfassen eine Streckenlänge von rund 3050 Metern (zwischen Deventer Weg und Enscheder Straße).

Zwei weitere unfallgefährdete Bereiche stehen ebenfalls im Fokus: Die Kreuzung in Richtung Lünten (Öddingstraße/K18) wird umgebaut, die Einmündung B 70/Gronauer Straße wird ebenfalls neu gestaltet. Dort ist eine Querungshilfe vorgesehen.

Der Baubeginn wurde jedoch immer wieder verschoben. Für Verzögerung sorgte unter anderem ein verspätet eingegangenes Baugrund- und Streckengutachten. Dessen Ergebnis wich stark von den bisherigen Annahme ab.

Klompettsanierung

Die Planer waren anfangs davon ausgegangen, die Fahrbahndecke zu fräsen und den Binder zu entfernen. Doch stellte sich heraus, dass das nicht ausreichen würde. Eine Komplettsanierung sei erforderlich. Das machte es notwendig, den Entwurf zu überarbeiten.

Mit den Jahren stiegen auch die voraussichtlichen Kosten des Projekts. Ging Straßen-NRW ursprünglich von einer Summe von 1,3 Millionen Euro im Jahr 2016 aus, waren es im Jahr 2018 schon 1,8 Millionen Euro – aktuell sind es rund drei Millionen Euro. Die Summe tragen Bund, Land und Kreis.

„Horrorkreuzungen“ auf der B 70 werden entschärft

An der Kreuzung Haaksbergener Straße/Buurser Straße ist ein 40 Meter großer Kreisverkehr geplant. © Christian Bödding

Der Landesbetrieb Straßenbau hat das Vorhaben schon ausgeschrieben, in der kommenden Woche sei Submission, berichtete Projektleiter Stefan Elsinghorst. „Dann werden wir die Angebote sichten und danach die Aufträge vergeben.“

Dann sei auch schon Ende des Monats. „Wir rechnen damit, Ende November oder Anfang Dezember zu beginnen.“ Wobei der Projektleiter mit „beginnen“ nicht den sofortigen Straßenbau meint.

„Vorbereitende Maßnahmen“

Beginnen würde die beauftragte Firma mit vorbereitenden Maßnahmen. Damit ist zum Beispiel ein erforderlicher Holzeinschlag gemeint. Das Bauvorhaben hat aber laut Straßen-NRW keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen, eine Umweltverträglichkeitsprüfung sei nicht erforderlich gewesen.

„Wir werden nicht vor dem Winter eine Riesenbaustelle aufmachen“, sagte der Projektleiter. Es könne ja nicht sein, über den Winter die Baustelle auf der B70 ruhen zu lassen und den Verkehr monatelang Umwege fahren zu lassen.

Apropos Umleitungen – wie die genau aussehen werden, darüber wird sich Straßen-NRW noch Gedanken machen, sagte Elsinghorst.

Gearbeitet werde in verschiedenen Bauabschnitten und mit verschiedenen Umleitungen. Zum Beispiel könne weiträumig über Graes nach Vreden gefahren werden, wenn die Deckenerneuerung auf einem Teil der B70 angegangen werde.

„Arbeit für ein ganzes Jahr“

Angesichts des Auftragsvolumens von drei Millionen Euro geht der Projektleiter davon aus, dass mehrere Angebote abgegeben werden und es tatsächlich losgeht. „Das ist Arbeit für ein ganzes Jahr“, erklärte Elsinghorst. Einen solchen Auftrag würden sich entsprechende Firmen sicher nicht entgehen lassen.

Damit nennt der Projektleiter auch den Zeitrahmen, in dem der Umbau der B 70 in Alstätte vonstatten gehen soll: etwa ein Jahr. „Wenn wir Ende 2020 mit allem fertig sind, dann ist das gut.“

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