Immer für Höchstwerte gut

Wetterstation in Wessum

Zum Glück ist sie nicht nah am Wasser gebaut. Trotz des Dauerregens in diesem Sommer - SOS muss die Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Wessum noch nicht an die Zentrale in Offenbach funken. Die in der Bauerschaft Averesch gewonnenen Daten sorgen mit dafür, dass sich ziemlich genau vorhersagen lässt, wann sich Tief "Alfred" endlich ausgeregnet hat.

WESSUM

, 26.07.2017, 18:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Etwa auf halber Strecke zwischen Wessum und Ottenstein, unmittelbar an der Kreisstraße 63, ist zwischen Maisfeldern ein gut 2000 Quadratmeter großes Grundstück eingezäunt. Gut 100.000 Euro investierte der Deutsche Wetterdienst dort im Jahr 2006 in die Anlage mit den Messeinrichtungen. Doch warum fiel die Wahl damals gerade auf Ahaus-Wessum? "Um der geforderten Netzdichte in diesem Bereich Rechnung zu tragen und weil sie repräsentativ für die weitere Umgebung im Münsterland liegt", erklärte am Mittwoch auf Anfrage Lothar Kaupp von der DWD-Außenstelle in Essen.

Wettervorhersagen

Die Station in Wessum ist Teil eines bundesweiten Messnetzes. Mit den gewonnenen Daten erbringt der DWD, eine Bundesoberbehörde, meteorologische Dienstleistungen, um Leben und Besitz vor wetterbedingten Gefahren zu schützen. Jährlich produziert der DWD unter anderem rund 90.000 Wettervorhersagen sowie knapp 20.000 Wetter- und Unwetterwarnungen. Nicht minder beeindruckend ist die Zahl von etwa 500000 Vorhersagen für die Luftfahrt. Rekordverdächtige Werte.

Rekordwerte

Die hat auch die Wetterstation in Wessum zu bieten. So wurde am 2. Juli 2015 mit 37 Grad Celsius die maximale Temperatur in Wessum gemessen. Rekordverdächtig kalt war es am 6. Januar 2009 mit Minus 17,1 Grad Celsius (gemessen zwei Meter über dem Boden). Noch weiter runter ging die Temperatur am Messpunkt in fünf Zentimetern Höhe: minus 21,9 Grad. Die größte gemessene Regenmenge in Wessum fiel am 26. August 2010 (beim "Jahrhunderthochwasser") mit 150,7 Millimetern - das entspricht einer Menge von 150 Litern Niederschlag je Quadratmeter. Auch die maximale Windspitze verzeichnete die Wetterstation: am 18. Januar 2007, als Orkan "Kyrill" wütete. Die gemessene Windgeschwindigkeit: 107 km/h.

All das messen die Geräte in Wessum ohne das Zutun eines Menschen. "Die Anlage ist, wie inzwischen ein Großteil der Stationen, unbemannt", sagt Lothar Kaupp. Der DWD betreibt 146 Stationen dieser Art in ganz Deutschland. So verschieden die Standorte sind, der Aufbau der Messinstrumente ist grundsätzlich festgelegt. Dazu gehören unter anderem Sensoren für die Luft- und Erdbodentemperatur, ein Niederschlagsmesser, Sensoren für Sichtweite, Sonnenscheindauer und Strahlung, Windgeschwindigkeit, Schneehöhe, Wolkenhöhe und Wetterzustand.

Vertragspartner

Wenn die Messungen auch vollautomatisch ablaufen - ganz ohne den Menschen geht es noch nicht. Lothar Kaupp: "Der Grundstücksbesitzer betreut als Vertragspartner die Station. Gewartet wird sie von Technikern des DWD." Zudem sorgt der Grundstücksbesitzer für den monatlichen Aushang der Datenblätter. Zuletzt aktualisiert wurde der Schaukasten an der Station am 5. Juli 2017. Auf etlichen Blättern sind die meteorologischen Ahauser Werte für den Juni 2017 aufgelistet.

29 Sonnentage

So lag die Höchsttemperatur in Ahaus im vergangenen Monat bei 33,7 Grad, gemessen am 22. Juni. Die Tiefsttemperatur lag bei 6 Grad. Neidisch wird der Betrachter beim Blick auf die Spalte mit der Bezeichnung "Sonne". Satte 29 Tage mit Sonne gab es im vergangenen Monat in Ahaus. An zehn Tagen betrug die Temperatur dabei mehr als 25 Grad, zwei "heiße Tage" schafften sogar mehr als 30 Grad. Da wünscht man sich ja fast den Juni zurück. Schließlich bietet der sogar im Rückblick hinter dem Eintrag "Frosttage" eine 0.

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